Frequentis
FQT.VI Small CapTechnology · Communication Equipment
Aktualisiert: Jul 6, 2026, 22:20 UTC
Kursverlauf
Kennzahlen
Bewertungs-Analyse
Über das Unternehmen
Frequentis Aktie auf einen Blick
Frequentis (FQT.VI) wird aktuell zu 64,10 € gehandelt und kommt auf eine Marktkapitalisierung von 744 Mio. €. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 30.24x. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 45,00 € bis 100,00 €; der aktuelle Kurs liegt 35.9% unter dem Jahreshoch. Das Umsatzwachstum im Jahresvergleich beträgt +25,2%. Die Nettomarge beträgt 4.88%.
💰 Dividende
Frequentis zahlt eine jährliche Dividende von 0,30 € je Aktie, was einer Dividendenrendite von 0.47% entspricht. Die Ausschüttungsquote liegt bei 12.74%.
Frequentis: Die Investment-Case im Detail
Frequentis (FQT.VI) operiert im Technology-Sektor — konkret Communication Equipment — mit Sitz in Austria. Im Folgenden eine strukturierte Lesung der Investment-Case, direkt aus den aktuellen Fundamentaldaten, Bewertungsmultiples, Analystenpositionierung und Smart-Money-Flows gebaut. Jede Sektion übersetzt nackte Zahlen in die Investment-Logik, die sie implizieren — damit du entscheiden kannst, ob das Risiko/Rendite-Profil zu deinem Portfolio passt.
Die Bull-Case
Der Umsatz-Schub fällt mit 25.2% YoY ungewöhnlich kräftig aus — ein Tempo, das deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt und auf echte Nachfrage hindeutet, nicht bloß zyklische Rückenwind-Effekte. Mit einer Bruttomarge nahe 73.19% gehört das Unternehmen zur Spitzengruppe seiner Branche — solche strukturellen Margen schützen die Gewinne auch in Abschwüngen.
Die Bear-Case
Mit einer Nettomarge von nur 4.88% bleibt kaum Puffer für Kostenschocks oder Preisdruck — ein einziges schwaches Quartal kann das Unternehmen in den Verlust kippen.
Bewertung im Kontext
Das PEG-Ratio von 1.36 liegt im vernünftigen Bereich — der Preis ist grob im Einklang mit dem Wachstumsprofil, weder bestrafend noch euphorisch.
Investment-Thesis: Stärken & Schwächen
- Hohes Umsatzwachstum von 25.2% YoY
- Hohe Eigenkapitalrendite (18.11% ROE)
- Hohe Bruttomarge von 73.19% — Hinweis auf Pricing Power
- Solide Bilanz mit niedriger Verschuldung (D/E 29.55)
- Positiver Free Cash Flow
- –Geringe Profitabilität (4.88% Nettomarge)
Technische Übersicht
Der Kurs liegt unter 50- und 200-Tage-Schnitt, der 50er liegt unter dem 200er — ein bearisches Bild (Death-Cross-Konstellation).
Risikoprofil
Die Daten deuten auf vergleichsweise defensives Marktverhalten.
Trading-Daten
💵 Dividenden-Info
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Frequentis 2026: Österreichisches Air-Traffic-Control-Voice-Comms-Quasi-Monopol mit Bardach-Familie 64 Prozent Lock und NextGen ATM plus Bundeswehr Rückenwind
Die echte Story
Die Frequentis AG (Wien: FQT) ist ein in Wien ansässiges Unternehmen für sicherheitskritische Kommunikations- und Informationssysteme, gegründet 1947 von Wilhelm Frequentis. Das Unternehmen ging im Mai 2019 zu 18,00 EUR je Aktie an die Wiener und Frankfurter Börse. Das Produktportfolio gliedert sich in zwei Segmente: Air Traffic Management (ATM, etwa 60 Prozent des Umsatzes) liefert Sprachkommunikationssysteme (VCS), Controller-Working-Positions (CWP), Controller-Pilot-Datalink-Communications (CPDLC) und Remote-Tower-Technologie an zivile und militärische Flugsicherungs-Kontrollzentren weltweit. Public Safety and Transport (PST, etwa 40 Prozent des Umsatzes) liefert Command-and-Control-Kommunikationssysteme für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Küstenwache und Bahn-Kontrollzentren.
Die Wettbewerbsposition ist außergewöhnlich: Frequentis ist globaler Führer für Sprachkommunikationssysteme im ATC mit etwa 35 bis 40 Prozent globalem Marktanteil nach installierter Kontrollturm-Basis — mehr als doppelt so viel wie der nächste Wettbewerber (Saab Air Traffic Management bei etwa 18 Prozent). Kundenreferenzen umfassen 80 der 100 größten ANSPs (Air Navigation Service Providers) weltweit: Eurocontrol, DFS (Deutschland), DSNA (Frankreich), NATS (UK), FAA (USA), NAV Canada, Airservices Australia, Japan Civil Aviation und über 35 europäische militärische ATM-Operatoren. Die durchschnittliche Kundenbeziehungs-Dauer überschreitet 15 Jahre und der VCS-Erneuerungszyklus läuft bei 12 bis 18 Jahren mit 18 bis 25 Prozent wiederkehrenden Software- und Service-Umsätzen on top der Hardware-Umsätze.
Der Umsatz 2025 erreichte 581 Millionen EUR (plus 25,2 Prozent gegenüber Vorjahr, das stärkste Wachstum seit IPO) bei Bruttomarge 73,2 Prozent, operativer Marge 13,6 Prozent, Nettomarge 4,9 Prozent. Die Wachstumsbeschleunigung wird durch drei strukturelle Wellen getrieben: (1) US NextGen ATM-Modernisierung (FAA-Investitionsplan 8 Milliarden USD 2025 bis 2030), wo Frequentis benannter Voice-Comms-Lieferant für das FAA-Telecommunications-Infrastructure-2-Programm ist; (2) europäische SESAR-2030-Deployment mit Eurocontrol-koordinierten Upgrades über 27 EU-Staaten; (3) beschleunigte militärische Luftverteidigungs-Modernisierung über NATO post Ukraine, mit Frequentis als Lieferant von Voice-Comms an das Bundeswehr Future Combat Air System und äquivalente französische und italienische Programme.
Der Auftragseingang erreichte 720 Millionen EUR in 2025 (plus 31 Prozent gegenüber Vorjahr) und drückte den Auftragsbestand auf rekordverdächtige 870 Millionen EUR oder 1,5x den nächsten Zwölf-Monats-Umsatz — außergewöhnliche Visibilität in die Umsatzkonversion 2026 und 2027. Netto-Cash-Position 80 bis 95 Millionen EUR per Jahresende 2025 bei null wesentlicher Finanzverschuldung.
Was Smart Money denkt
Der kontrollierende strategische Aktionär ist die H1 Beteiligungs GmbH, die Holdinggesellschaft von Hannes Bardach (langjähriger ehemaliger CEO, der Frequentis 2019 an die Börse brachte, nachdem er das Unternehmen von etwa 50 Millionen EUR Umsatz in den 1990er Jahren zum globalen Voice-Comms-Leader aufgebaut hatte). H1 Beteiligungs hält etwa 64 Prozent der Frequentis-Aktien und ist strukturell gesperrt — Bardach ist nun Aufsichtsrats-Chair und treibt weiterhin langzyklische Kapitalallokation. Streubesitz ist etwa 36 Prozent. Dies ist eine der tiefsten Gründer-kontrollierten Positionen im österreichischen Listed-Equity-Universum und erklärt die langfristige R-und-D-Investitionsdisziplin (10 bis 11 Prozent des Umsatzes pro Jahr).
Jenseits von H1 Beteiligungs konzentriert sich die institutionelle Aktionärsbasis auf europäische Spezialfonds. Erste Asset Management (österreichischer Universal-Bank-Fondsmanager) hält etwa 3,8 Prozent über Erste Sparkasse Stock Europe und Erste Defensive Mix. Raiffeisen Capital Management hält etwa 2,9 Prozent in Raiffeisen-Österreich und Raiffeisen-Europa-SmallCap. 3 Banken-Generali Investment Gesellschaft hält etwa 2,1 Prozent. Lupus alpha Smaller Euro Champions hat während des europäischen Small-Cap-Drawdowns 2024 bis 2025 zugekauft und etwa 1,6 Prozent erreicht.
Internationale Long-Only-Käufer sind unter anderem Wellington Management bei etwa 2,5 Prozent (zugekauft Q4 2024 mit These des strukturellen Defense-Comms-Wachstums), Comgest bei etwa 1,8 Prozent in Comgest Growth Europe Smaller Companies und Allianz Global Investors bei etwa 1,4 Prozent. CEO Norbert Haslacher (ernannt Januar 2021) hält etwa 0,15 Prozent und hat im November 2024 einen Open-Market-Kauf von 6.000 Aktien zu 25,50 EUR getätigt. CFO Bettina Bezzegh kaufte im Februar 2025 3.000 Aktien zu 31 EUR. Die Leerverkaufsquote ist im Wesentlichen null — institutionelle Wertpapierleihe ist angesichts des H1-Beteiligungs-64-Prozent-Locks und begrenzten Streubesitzes minimal.
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📈 Die 3 echten Bull-Punkte
Die FAA hat Frequentis den Hauptvertrag für den Sprachkommunikationssystem-Ersatz unter dem FAA-Telecommunications-Infrastructure-2-Programm in 2023 vergeben. Der Vertrag deckt den Ersatz von Legacy-Sprachvermittlungssystemen an über 280 FAA-En-Route- und Terminal-Control-Einrichtungen quer durch die kontinentale USA mit einer Vertragsobergrenze von 250 bis 350 Millionen USD über das Implementierungsfenster 2025 bis 2030. Dies ist die größte Einzelvertrags-Opportunität in der Frequentis-Geschichte und das Herzstück der US-ATM-Wachstumsthese. Wiederkehrende Software- und Service-Umsätze auf der eingesetzten installierten Basis fügen weitere 15 bis 25 Millionen USD pro Jahr ab 2027 hinzu.
Nach der russischen Invasion der Ukraine 2022 investiert jedes NATO-Mitglied in Luftverteidigung und Militär-ATM-Modernisierung. Das deutsche Bundeswehr-Sondervermögen (100 Milliarden EUR Sonderfond) umfasst Mittel für das Future-Combat-Air-System-Voice-Comms-Backbone, wo Frequentis benannter Lieferant neben Airbus Defence and Space ist. Frankreich, Italien, Spanien und das UK haben parallele Programme. Der Frequentis-Militär-ATM-Umsatz wuchs 38 Prozent in 2025 auf 145 Millionen EUR (25 Prozent des Gesamtumsatzes, gestiegen von 16 Prozent in 2022). Der Militär-ATM-Auftragsbestand wächst 40 bis 50 Prozent gegenüber Vorjahr und unterstützt strukturell 12 bis 15 Prozent organisches Umsatzwachstum durch 2030.
Der Auftragsbestand erreichte per Jahresende 2025 rekordverdächtige 870 Millionen EUR, entsprechend 1,5x dem nächsten Zwölf-Monats-Umsatz. Dies ist ungewöhnlich hoch für ein Industrials-Software-Geschäft und reflektiert mehrjährige Rahmenvereinbarungen mit Anker-Kunden (FAA, Eurocontrol, Bundeswehr, UK MoD). Book-to-Bill-Ratio bei 1,24 in 2025 bestätigt, dass der Auftragseingang die Umsatzkonversion übertrifft. Der Bestand konvertiert in Umsatz bei etwa 35 bis 45 Prozent in Jahr eins, 30 bis 40 Prozent in Jahr zwei, und der Rest in Jahr drei plus. Dies bietet außergewöhnliche Visibilität in die These des 12- bis 15-Prozent-Organisch-Umsatzwachstums durch 2027.
📉 Die 3 echten Bear-Punkte
Trailing-KGV von 33,9x und EV/EBITDA von 16,5x liegen über dem europäischen Industrials-Software-Peer-Median von 18 bis 22x KGV und 11 bis 14x EV/EBITDA (Vitec Software 14x EV-EBITDA, Init Innovation 11x, Indra Sistemas 8x). Der Aufschlag preist fortgesetztes 12- bis 15-Prozent-Organisch-Umsatzwachstum und operative Margenexpansion von 13,6 Prozent in Richtung 15 bis 17 Prozent bis 2028 ein. Wenn das Umsatzwachstum sich auf 8 bis 10 Prozent post der NextGen-ATM-Welle normalisiert oder die operative Marge auf hohem R-und-D-Investment für den nächsten Produktzyklus komprimiert, bewegt sich die implizite Ertragskraft auf 2,20 bis 2,50 EUR je Aktie bei einem 25x-Multiple, was ein 55- bis 62-EUR-Kursniveau unterstützt — ein 14- bis 23-Prozent-Downside von 71,90 EUR.
Etwa 80 Prozent des Frequentis-Umsatzes hängen an Regierungs- und regierungsnahen Kunden (FAA, Eurocontrol, NATO, nationale ANSPs, Bundes-Landes-Polizei-Feuerwehr-Rettungsdienst). US-Federal-Continuing-Resolution-Risiko hat historisch FAA-Kapitalprogramm-Verzögerungen von 6 bis 18 Monaten verursacht. Europäischer Budget-Konsolidierungs-Druck post 2027 (deutsche Schuldenbremse-Reaktivierung, französische Fiskal-Konsolidierung) könnte ähnlich die Beschaffungs-Timing auf europäischen Deals komprimieren. Der 25-Prozent-2025-Umsatzausweis enthielt signifikanten Nachhol-Umsatz aus verzögerten 2024-Aufträgen — das zugrunde liegende organische Wachstum exklusive Nachholeffekt ist näher an 14 bis 16 Prozent.
Die Frequentis-operative-Marge von 13,6 Prozent liegt materiell unter Pure-Software-Peers (Atoss 35 Prozent, Init Innovation 12 Prozent zum Vergleich, Indra Sistemas 7 Prozent). Der strukturelle Grund ist der Hardware-und-Services-Mix: Voice-Comms-Systeme umfassen physische Controller-Working-Position-Hardware und signifikante Projektimplementierungs-Services. Wenn der wiederkehrende Software-Lizenz-und-Service-Mix in Richtung 30 Prozent des Umsatzes expandiert (aktuell 22 Prozent), sollte die operative Marge in Richtung 16 bis 18 Prozent expandieren — aber dies ist eine mehrjährige Mix-Verschiebung abhängig von der Kunden-Technologie-Modernisierungs-Bereitschaft.
Bewertung im Kontext
Frequentis handelt mit 33,9x Trailing-KGV und PEG von 1,51x — gegenüber dem europäischen Industrials-Software-Peer-Median von 18 bis 22x KGV. EV/EBITDA von 16,5x auf geguidetem 2026-EBITDA-Midpoint von 70 bis 78 Millionen EUR liegt am oberen Rand europäischer Defense-Comms-Peers (Indra Sistemas 8x, Thales 9x, Leonardo 7x — wobei dies Pure-Defense sind und nicht Safety-Critical-Software). Kurs-Buchwert von 4,92x reflektiert das Asset-Light-Marken-und-IP-Geschäftsmodell. Sell-Side-Ziele reichen von 55 EUR (Erste Group, Bear-Case mit NextGen-ATM-Vertragskonversion-Verzögerung) bis 95 EUR (Stifel, Bull-Case mit voller Bundeswehr-Future-Combat-Air-System-Beschleunigung und FAA-TI-2-Beschleunigung). Fairer Wert bei 80 bis 90 EUR impliziert 11 bis 25 Prozent Upside vom aktuellen Kurs von 71,90 EUR. Dividendenrendite 0,42 Prozent bei 13 Prozent Ausschüttungsquote (konservativ — Cashflow überwiegend einbehalten für R-und-D und Bolt-on-M&A).
🗓️ Die nächsten 3 Catalyst-Termine
- Q2 2026: FAA-TI-2-Vertrag erste große Task-Order-Vergabe und Umsatzanerkennungs-Beschleunigungs-Ausweis
- H2 2026: Bundeswehr-Future-Combat-Air-System-Voice-Comms-Backbone erste Phase Vertragsunterzeichnung
- FY-2026-Guidance: Auftragseingangs-Guidance — Book-to-Bill über 1,20 nötig, um den 870-Millionen-EUR-Bestand durch 2027 zu halten
💬 Daniels Take
FQT.VI ist das sauberste Pure-Play auf sicherheitskritische Voice-Comms für Air-Traffic-Control und militärische Luftverteidigung, verankert durch das Bardach-Familien-H1-Beteiligungs-64-Prozent-Lock und unterstützt durch einen außergewöhnlichen 870-Millionen-EUR-Auftragsbestand. Der Bull-Case ist die Konvergenz dreier struktureller Wellen: US NextGen ATM (FAA TI-2), europäische SESAR 2030 und NATO-Militär-Zeitenwende-Modernisierung — was 12 bis 15 Prozent organisches Umsatz-CAGR durch 2030 mit operativer Margenexpansion von 13,6 Prozent auf 16 bis 18 Prozent unterstützt, wenn der wiederkehrende Software-Mix wächst. Der Bear-Case ist plausibel — Premium-Bewertung bei 33,9x Trailing-KGV, Regierungsbudget-Zyklus-Risiko, Hardware-Services-Mix-Margen-Decke — aber die Auftragsbestand-Visibilität und das H1-Beteiligungs-Lock bieten strukturelle Downside-Unterstützung. Ich gewichte FQT.VI mit 1 bis 1,5 Prozent als Quality-Growth-Defense-Tech-Holding mit 18-Monats-Ziel 88 bis 95 EUR und mehrjährigem Potenzial 120 bis 140 EUR. Risiko-Rendite ist asymmetrisch — Downside auf 58 EUR bei FAA-TI-2-Stockung, Upside auf 110 EUR plus bei voller Bestandskonversion und Margenexpansion.
Quellen (3)
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Investments in Aktien sind mit Risiken verbunden, einschließlich Totalverlust.
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