Korrelations-Matrix — wie diversifiziert ist dein Portfolio wirklich?
Live-Berechnung der Pearson-Korrelations-Koeffizienten zwischen 2 bis 15 Tickern auf echten Yahoo-Finance-Monatsdaten. Mit Heatmap-Visualisierung, Diversifikations-Bewertung und Vorschlägen für ergänzende Assets aus einem Top-50-Universum.
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Warum Korrelation für Risiko-Management entscheidend ist
1. Diversifikation ist die einzige "free lunch"
Harry Markowitz erhielt 1990 den Nobelpreis für die Erkenntnis: durch Kombination wenig korrelierter Assets lässt sich das Portfolio-Risiko reduzieren, OHNE die erwartete Rendite zu reduzieren. Das ist der einzige Punkt in der Investmenttheorie, an dem du etwas geschenkt bekommst — alle anderen Hebel kosten irgendetwas (mehr Risiko für mehr Rendite, mehr Steuern für mehr Rendite, etc.). Korrelation ist der Schlüssel-Parameter für diesen "kostenlosen" Risiko-Abbau.
2. Anzahl ≠ Diversifikation
Ein S&P-500-ETF enthält 500 Aktien — und hat trotzdem nur einen Risiko-Faktor: US-Großunternehmen. In der Finanzkrise 2008 fiel der Index 38 %, der MSCI World 40 %, weil 60 % des MSCI World aus US-Aktien besteht. Echte Diversifikation entsteht erst durch ergänzende Risiko-Faktoren: Schwellenländer, Anleihen, Gold, Rohstoffe, Immobilien, Cash. Die Anzahl der Positionen ist sekundär.
3. Korrelation in Krisen
Ein wichtiges Caveat: Korrelationen sind NICHT konstant. In Bullenmärkten bewegen sich Risiko-Assets unterschiedlich (Aktien hoch, Bonds seitwärts). In Krisen aber synchronisieren sich plötzlich alle Risiko-Assets — Aktien, Hochzins-Bonds, Krypto, Schwellenländer fallen gleichzeitig. Nur klassische sichere Häfen (Staatsanleihen erstklassiger Bonität, Gold, Yen) liefern dann Schutz. Die Matrix oben ist ein Ruhe-Phasen-Snapshot — kalkuliere für deinen Krisen-Schutz mit höheren Korrelationen.
4. Ziel-Korrelations-Profil
Pragmatische Faustregel für ein langfristiges Portfolio: durchschnittliche Paar-Korrelation < 0,5, mindestens 2 Asset-Klassen mit Korrelation < 0,3 zueinander, keine Position mit Korrelation > 0,9 zu einer anderen (das wäre Doppel-Belegung). Beispiel-Portfolios: 60/40 Aktien/Bonds (Ø-Korr ~0,3), All-Weather nach Ray Dalio (Ø-Korr ~0,2), Permanent Portfolio nach Harry Browne (Ø-Korr ~0,1). Je niedriger der Schnitt, desto ruhiger die Vermögens-Kurve — aber meist auch geringere Spitzen-Renditen.
Häufige Fragen zur Korrelations-Analyse
Was ist eine Korrelations-Matrix?
Eine Korrelations-Matrix zeigt für jedes Paar von Assets in deinem Portfolio eine Zahl zwischen -1 und +1 — den sogenannten Pearson-Korrelations-Koeffizienten. +1 bedeutet "bewegen sich identisch" (z.B. zwei S&P-500-ETFs), 0 bedeutet "kein Zusammenhang", -1 bedeutet "bewegen sich exakt gegensätzlich" (selten in der Realität). Sie ist das wichtigste Werkzeug, um zu beurteilen, ob ein Portfolio wirklich diversifiziert ist oder ob du nur die gleiche Wette mehrfach abgeschlossen hast.
Warum ist Korrelation wichtiger als die Anzahl der Aktien?
Ein Portfolio aus 20 US-Tech-Aktien (Apple, Microsoft, Google, Meta, Nvidia, ...) hat 20 Positionen, aber Korrelationen von 0.7-0.9 untereinander — d.h. in einer Tech-Krise fallen alle gleichzeitig 30-40 %. Ein Portfolio aus nur 4 Assets mit niedriger Korrelation (z.B. globale Aktien + Staatsanleihen + Gold + Immobilien) bietet oft besseren Schutz, weil sich die Verluste in Krisen ausgleichen. Diversifikation misst sich nicht in Stückzahl, sondern in Korrelation.
Welche Korrelations-Werte gelten als "gut diversifiziert"?
Faustregel für ein Multi-Asset-Portfolio: durchschnittliche Paar-Korrelation unter 0,5 ist solide diversifiziert, unter 0,3 ist sehr gut, über 0,7 ist gefährliches Klumpen-Risiko. Innerhalb einer Asset-Klasse (z.B. nur US-Aktien) sind 0,5-0,7 normal — das echte Diversifikations-Potenzial entsteht erst durch Misch-Klassen (Aktien + Bonds + Rohstoffe + Geographien). Die Matrix unten zeigt dir, in welcher Liga du spielst.
Wie wird die Korrelation berechnet — auf Tages- oder Monatsdaten?
Dieser Rechner nutzt Monatsschluss-Renditen über den gewählten Zeitraum (1, 3 oder 5 Jahre = 12, 36 oder 60 Datenpunkte). Monatsdaten sind robuster gegen kurzfristiges Rauschen und Tages-Noise und werden in der akademischen Portfoliotheorie standardmäßig verwendet (Markowitz, Sharpe). Auf Tagesdaten würden Korrelationen oft niedriger erscheinen — das wäre nicht falsch, aber irreführend für langfristige Allokations-Entscheidungen. Renditen werden via auto-adjust (inkl. Dividenden) gerechnet.
Korrelationen ändern sich mit der Zeit — wie verlässlich ist die Matrix?
Sehr gute Frage. In normalen Marktphasen sind Korrelationen relativ stabil. In Krisen jedoch springen sie hoch — alle Risiko-Assets fallen gleichzeitig (Aktien, Krypto, Hochzins-Bonds), und nur "echte" sichere Häfen wie Staatsanleihen, Gold oder Yen halten. Die Matrix ist also kein Versicherungs-Versprechen, sondern ein Snapshot. Verwende sie als Diagnose-Werkzeug, nicht als Garantie. Wechsel zwischen 1Y, 3Y und 5Y, um zu sehen, wie stabil deine Korrelationen wirklich sind.
Welche Aktien/ETFs senken die Portfolio-Korrelation am stärksten?
Klassisch unkorreliert zu globalen Aktien: lange Staatsanleihen (TLT, AGG), Gold (GLD), defensive Sektoren (Versorger XLU, Basiskonsum XLP), Schwellenländer (EEM, VWO) und in begrenzten Maße Rohstoffe & REITs. Eine Korrelation unter 0,3 zu einem Kern-Portfolio aus SPY/VOO/QQQ ist ein starker Diversifikations-Beitrag. Der Tool-Block "Diversifikations-Vorschläge" rechnet das automatisch für dich aus dem Top-50-Universum.
Reicht eine niedrige Korrelation für gute Diversifikation aus?
Nicht ganz. Niedrige Korrelation reduziert die Schwankungs-Bandbreite (Volatilität) des Portfolios — aber dein Gesamt-Risiko hängt auch von der Volatilität der einzelnen Positionen ab. Beispiel: Bitcoin und ein Staatsanleihen-ETF sind oft niedrig korreliert (~0,1), aber Bitcoin ist 50× volatiler — die Korrelations-Vorteile werden vom Bitcoin-Risiko überlagert. Optimal: niedrige Korrelation UND ähnliche Volatilitäten, oder Risiko-Parität-Gewichtung.
Welche Ticker kann ich eingeben?
Über das Dropdown 50 vorgeladene Top-Assets (US-Aktien & globale ETFs). Über das Frei-Text-Feld jeden Yahoo-Finance-Ticker: deutsche Aktien mit .DE (SAP.DE, ALV.DE), Schweizer mit .SW (NESN.SW), niederländische mit .AS (ASML.AS), London mit .L. ETFs an europäischen Börsen funktionieren ebenfalls (EXS1.DE, IS3N.DE). Ungültige Ticker werden mit einer Fehlermeldung markiert; das Tool entfernt sie aus der Matrix, damit der Rest weiter funktioniert.
Passende weitere Tools
Daten via Yahoo Finance (yfinance), Monatsschluss-Kurse mit Dividenden-Anpassung. Pearson-Korrelation auf logarithmischen Monats-Renditen. Tool dient ausschließlich Informations- und Edukations-Zwecken — keine Anlage-Beratung. Korrelationen sind nicht stationär und können sich, besonders in Krisen, drastisch ändern.
