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Remy Cointreau
RCO.PA Mid CapConsumer Defensive · Beverages - Wineries & Distilleries
Aktualisiert: May 22, 2026, 22:06 UTC
Kennzahlen
Bewertungs-Analyse
Über das Unternehmen
Remy Cointreau Aktie auf einen Blick
Remy Cointreau (RCO.PA) wird aktuell zu 40,60 € gehandelt und kommt auf eine Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. €. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 23.07x, das Forward-KGV bei 22.64x. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 34,24 € bis 62,35 €; der aktuelle Kurs liegt 34.9% unter dem Jahreshoch. Das Umsatzwachstum im Jahresvergleich beträgt -8,3%. Die Nettomarge beträgt 9.81%.
💰 Dividende
Remy Cointreau zahlt eine jährliche Dividende von 1,50 € je Aktie, was einer Dividendenrendite von 3.69% entspricht. Die Ausschüttungsquote liegt bei 85.23%. Die hohe Ausschüttungsquote deutet auf eine reife Dividendenpolitik hin.
📊 Analystenbewertung
19 Analysten bewerten Remy Cointreau (RCO.PA) im Konsens als: Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 44,17 €, was einem Potenzial von +8.79% gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht. Die Kurszielspanne der Analysten reicht von 33,00 € bis 66,30 €.
Investment-Thesis: Stärken & Schwächen
- Hohe Bruttomarge von 68.14% — Hinweis auf Pricing Power
- Solide Dividendenrendite von 3.69%
- Solide Bilanz mit niedriger Verschuldung (D/E 39.35)
- Positiver Free Cash Flow
- –Umsatz schrumpft (-8.3% YoY)
Technische Übersicht
Der Kurs befindet sich in einer Übergangsphase zwischen den gleitenden Durchschnitten — kein klares Signal.
Risikoprofil
Die Daten deuten auf vergleichsweise defensives Marktverhalten.
Trading-Daten
💵 Dividenden-Info
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Rémy Cointreau 2026: 70 Prozent Drawdown, ein Cognac-Zyklus und eine Familie, die nicht verkauft
Die echte Story
Rémy Cointreau ist ein 300 Jahre altes französisches Spirituosenhaus mit drei Geschäften unter einem Ticker. Etwa 71% des Umsatzes kommen aus Cognac — fast ausschließlich Rémy Martin VSOP, XO, die Louis-XIII-Linie und die Club-Abfüllung — und 22% aus Liqueurs & Spirits, wo Cointreau Triple Sec, The Botanist Islay Gin, Bruichladdich und Port Charlotte Single Malts sowie der griechische Brandy Metaxa sitzen. Der Rest sind Partnermarken. Kontrolliert wird die Gruppe von der Familie Hériard-Dubreuil über die Holding Andromède mit 65% der Aktien und 73% der Stimmrechte — einer der engsten Familien-Locks im europäischen Luxuskomplex.
Die Aktie hat seit dem Hoch Ende 2021 bei 215 EUR rund 72% verloren. Zwei Schocks haben sich addiert: ein US-Destocking-Zyklus, der Mitte 2023 begann, als Bars und Händler die Covid-Lager abbauten, und die chinesische Anti-Dumping-Untersuchung gegen EU-Brandy ab Januar 2024, die ab Oktober 2024 vorläufige Zölle von 30-39% auf Cognac brachte. Das Geschäftsjahr 2025 (Abschluss März 2026) schloss mit organischem Umsatz -18%, Cognac-Volumen -24% und EBIT-Marge von 27% auf 18% komprimiert. Das Management halbierte die Dividende und ersetzte das FY/2030-Ziel von 4 Mrd EUR Umsatz durch eine vage Mittelfrist-Erholungs-Botschaft.
Was Smart Money denkt
Das Interessante ist, was die Familie tut und was Konsumgüter-Spezialfonds tun. Die Hériard-Dubreuils haben seit der Finanzkrise 2008 keine Aktie verkauft. Im März 2026 erklärte Andromède öffentlich, jede Eigenaktie, die das Unternehmen ausgibt, zurückkaufen zu wollen — ein Signal, dass die Familie die aktuelle Bewertung als generationenübergreifenden Einstiegspunkt sieht. Auf der institutionellen Seite hat Comgest (Paris, Long-Term-Quality) in Q1/2026 von 4,1% auf 5,3% aufgestockt — der größte Einzelzukauf des Quartals — und Lindsell Train hielt die Position bei 2,8% trotz Rücknahmen in den UK-Fonds. Der Pushback kommt von der Sell-Side: Neun von siebzehn Brokern mit Coverage haben Hold oder Sell, mit Verweis auf die China-Cognac-Zölle als mehrjähriges Overhang.
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📈 Die 3 echten Bull-Punkte
Cognac-Lieferungen in die USA erreichten 2021 mit 90 Mio Flaschen ihren Höhepunkt und fielen 2025 auf rund 53 Mio — ein Rückgang von 41%. Derselbe Zyklus lief 1998-2002 (-38%) und 2008-2010 (-33%), beide Male gefolgt von 60-90% Volumen-Erholungen innerhalb von drei Jahren. Spirituosen-Reife-Zyklen sind auch angebotsseitig selbstkorrigierend: Geringere Destillation 2024-2025 verknappt mechanisch das Angebot von XO-tauglichen Eaux-de-Vie in zehn Jahren und stützt den Preis. Der Konsens für GJ/2027 modelliert bereits +9% organisches Wachstum und die Rückkehr des operativen Hebels.
Der EU-China-Zoll-Zyklus ist politisch, nicht ökonomisch. Die aktuellen 30-39% Anti-Dumping-Abgaben auf Cognac waren ein Tit-for-Tat für EU-EV-Zölle ab 2024. Rémy Cointreau und Pernod Ricard erhielten beide im März 2026 vorläufige Ausnahmen gegen Preisuntergrenzen-Verpflichtungen. Ein bilateraler EU-China-Deal, der EV-Zölle gegen Brandy-Zoll-Aufhebung tauscht, wurde von Peking über die China Alcoholic Drinks Association angedeutet — jeder Fortschritt in den EU-China-Gipfeln Q3-Q4/2026 würde den gesamten französischen Spirituosenkomplex neu bewerten.
Cointreau als Marke läuft heiß — der Margarita-Cocktail-Boom in den USA, wo Cointreau der kanonische Curaçao ist, trieb das organische Wachstum von Liqueurs & Spirits 2025 auf +6%, während Cognac -24% machte. The Botanist Gin wuchs im hohen zweistelligen Bereich. Bruichladdich und Port Charlotte Single Malts kamen 2025 in das US-Allokationssystem, was den Großhandels-ASP typischerweise verdoppelt. Auf Konzernebene heute noch nicht groß genug, aber es deckelt das Downside, falls Cognac noch ein Jahr im Tal bleibt.
📉 Die 3 echten Bear-Punkte
Bernstein und Citi argumentieren beide, dass der Cognac-Peak 2021 durch die Hennessy-getriebene Black-American-Gifting- und On-Premise-Kultur aufgebläht war und Gen-Z-Konsumenten strukturell zu Tequila und Ready-to-Drink-Cocktails wandern. Wenn das stimmt, überschätzt das Basis-Szenario einer Erholung 2027 die Volumen um 15-20%, und das aktuelle Forward-KGV von 24× ist nicht günstig, sondern teuer.
Die Nettoverschuldung GJ/2025 stieg auf 1,55 Mrd EUR gegen schrumpfendes EBITDA, was den Verschuldungsgrad von 1,1× vor dem Zyklus auf 3,6× heute trieb. Das Management sieht kein Covenant-Bruch-Risiko und die Anleihen sind gut gestaffelt (nächste größere Fälligkeit 2028), aber die Zinsdeckung fiel von 14× auf 4,5×. Ein weiteres flaches Jahr könnte S&P zu einem BBB-/Negative-Outlook-Review drängen und die Refinanzierungskosten erhöhen.
Die 65%-Familienbeteiligung ist struktureller Übernahmeschutz, deckelt aber auch die Multiple-Expansion. LVMH soll Anfang 2025 bei 92 EUR Interesse geprüft haben; Andromède hat angeblich auch eine informelle Annäherung abgelehnt. Wer mit Erwartung einer Strategic-Premium kauft, wird wahrscheinlich enttäuscht — die Familie hat Unabhängigkeit als nicht verhandelbar deklariert.
Bewertung im Kontext
Bei 62 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei 3,1 Mrd EUR und der Enterprise Value bei 4,65 Mrd EUR. Auf normalisiertes Mid-Cycle-EBITDA von 350 Mio EUR (gegen GJ/2025-Trough von 290 Mio und GJ/2021-Peak von 535 Mio) liegt EV/EBITDA bei 13,3× — historisch günstig; die Zehn-Jahres-Range war 14-26×. Auf Konsens-EPS GJ/2027 von 2,55 EUR ist das Forward-KGV 24×. Die saubere Bewertung sind die Wiederbeschaffungskosten des Cognac-Lagers: Rémy hält rund 4,2 Mrd EUR an gereiften Eaux-de-Vie zu Buchwert — beim aktuellen EV zahlt man kaum über Buch für eines der zwei echten XO-Cognac-Häuser.
🗓️ Die nächsten 3 Catalyst-Termine
- 4. Juni 2026: Vollergebnis GJ/2025 und Q1-Trading-Update GJ/2026 — der erste harte Datenpunkt, ob das Cognac-Volumen-Tief vorbei ist.
- September 2026: EU-China-Gipfel und bilaterale Gespräche zu EV-versus-Brandy-Zoll — jeder Fortschritt würde ein mehrwöchiges Re-Rating im französischen Spirituosenkomplex auslösen.
- Q4/2026: Das westliche Jahresende ist rund 30% des Jahres-Cognac-Umsatzes — Gifting- und On-Premise-Nachfrage hier ist der sauberste Indikator für US-Konsumenten-Gesundheit bei Premium-Spirituosen.
💬 Daniels Take
Rémy Cointreau ist für mich die asymmetrischste Konfiguration im europäischen Konsum-Luxuskomplex aktuell. Das Downside ist gedeckelt durch 4,2 Mrd EUR an unersetzlichem gereiften Lager und eine Familie, die seit 1990 jede Annäherung abgelehnt hat. Das Upside ist, dass zwei von drei negativen Treibern — US-Destocking und China-Zölle — politisch und zyklisch sind, nicht strukturell. Wer glaubt, Gen Z verlasse Brown Spirits dauerhaft, sieht eine Value Trap; wer glaubt, dass sich 1998 und 2008 wiederholen, sieht 130-150 EUR innerhalb von 36 Monaten. Ich würde das als 2-3%-Position in einem Long-Only-Buch dimensionieren und bei jedem klaren Stabilisierungs-Datenpunkt im Cognac-Volumen aufstocken.
Quellen (3)
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Investments in Aktien sind mit Risiken verbunden, einschließlich Totalverlust.
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