AT vs. DE — Aktien-Steuer-Vergleich 2026

🇦🇹 vs. 🇩🇪 — STEUER-VERGLEICH

Aktien-Steuer Österreich vs. Deutschland 2026 — Direktvergleich

Wo zahlst du als Anleger weniger Steuer — in Wien oder Berlin? Auf den ersten Blick liegt AT mit 27,5 % höher als DE mit 25 %. Mit Teilfreistellung & Sparerpauschbetrag schneidet DE bei Aktien-ETFs aber dramatisch besser ab — ~18,46 % vs. 27,5 %. Bei Verlustverrechnung gewinnt DE klar — bei der Bürokratie AT.

Stand: Mai 2026
AT KESt-Satz
27,5 %
flat
DE Effektiv ETF
18,46 %
mit Teilfreistellung
AT Freibetrag
0 €
gibt's nicht
DE Freibetrag
1.000 €
pro Person/Jahr

Die Kernunterschiede in einer Tabelle

Aspekt 🇦🇹 Österreich 🇩🇪 Deutschland Wer gewinnt?
Nominaler Steuersatz27,5 % flat25 % + Soli + ggf. KiSt≈ ähnlich
Effektiver Satz Aktien-ETF27,5 %18,46 %🇩🇪
Effektiver Satz Anleihen-ETF27,5 %26,375 %≈ ähnlich
Freibetrag0 €1.000 € (Single) / 2.000 € (Paar)🇩🇪
Vorabpauschale auf Thesaurier.❌ nein⚠️ ja (jährlich)🇦🇹
Ausschüttungsgleiche Erträge⚠️ ja, jährlich (AGE)via Vorabpauschale≈ gleich
Teilfreistellung Aktien-ETFs0 %30 %🇩🇪
Verlustvortrag❌ nein✓ unbegrenzt🇩🇪
Verlustverrechnung Aktienfrei mit allem (1 Topf)eingeschränkt (eigener Aktien-Topf)🇦🇹
Krypto-Steuer27,5 % (seit 2022)0 % nach 1 Jahr Haltedauer🇩🇪
Sicherungssteuer (Auslandsdepot)⚠️ 25 % auf 6 % p.a.— gibt's nicht🇩🇪
Inlandsbroker-Komfort✓ vollautomatisch✓ vollautomatisch≈ gleich
Auslandsbroker-Bürokratie⚠️ E1kv-PflichtAnlage KAP optional🇩🇪
Spekulationsfrist auf Aktienabgeschafft 2012abgeschafft 2009≈ gleich

Konkretes Beispiel: 50.000 € Aktien-ETF, 5.000 € Gewinn

REALISTISCHES BEISPIEL

50.000 € MSCI World, im Jahr +5.000 € realisiert

🇦🇹 Wien
Realisierter Gewinn:
5.000 €
Freibetrag:
0 €
KESt 27,5 %:
−1.375 €
Netto:
3.625 €
🇩🇪 Berlin (konfessionslos)
Realisierter Gewinn:
5.000 €
− Teilfreistellung 30 %:
−1.500 €
− Sparerpauschbetrag:
−1.000 €
Steuerpflichtig:
2.500 €
Steuer 26,375 %:
−659 €
Netto:
4.341 €

→ Berlin spart 716 € (≈ 14 % weniger Steuer). Über 30 Jahre und mehrere Realisierungen kann das einen 5–6-stelligen Vermögensunterschied machen.

Umzug von DE nach AT — was beachten?

⚠️ Wegzugsbesteuerung beachten

Wer von Deutschland nach Österreich zieht und ein Depot mit Wertsteigerungen >500.000 € hat, kann unter die deutsche Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG) fallen — fiktive Realisierung aller Buchgewinne mit Abgeltungssteuer. Vorher mit Steuerberater klären, ggf. Stundungsmöglichkeit nutzen. AT kennt keine Wegzugsbesteuerung in dieser Form.

💡 Vor Wegzug Sparerpauschbetrag voll ausnutzen

Wer in DE noch ungenutzten Pauschbetrag hat, sollte in der zweiten Jahreshälfte vor dem Wegzug Aktien-Gewinne steuerfrei realisieren. AT bietet diese Möglichkeit nicht.

FAQ — AT vs. DE

Wo lohnt sich Aktiensparen mehr?

Bei Aktien-ETFs in Deutschland — der effektive Satz ist mit 18,46 % deutlich niedriger als AT's 27,5 %. Plus 1.000 € Pauschbetrag plus unbegrenzter Verlustvortrag. Bei aktivem Trading mit häufigen Verlusten ist DE klar überlegen.

Wo lohnt sich Krypto?

Klar Deutschland — die 1-Jahres-Spekulationsfrist macht Krypto nach einem Jahr Haltedauer komplett steuerfrei. AT besteuert seit 2022 alle Krypto-Gewinne mit 27,5 %, egal wie lange gehalten.

Was ist mit Anleihen-ETFs?

AT 27,5 % vs. DE 26,375 % — fast identisch. Ohne Teilfreistellung in beiden Ländern. Hier macht der Sparerpauschbetrag den DE-Vorteil aus (1.000 € Zinserträge steuerfrei).

Lohnt sich der Umzug nur wegen Steuern?

Selten. Der jährliche Steuer-Vorteil von DE bei einem typischen 100k-Depot liegt bei 1.500–3.000 € — das amortisiert sich bei normalen Lebenshaltungskosten erst nach Jahren. Wegzug aus reinen Steuergründen muss schon ein Multi-Millionen-Depot sein.

Welches Land ist anlegerfreundlicher insgesamt?

Deutschland — durch Pauschbetrag, Teilfreistellung, Verlustvortrag, Krypto-Spekulationsfrist und Günstigerprüfung. Österreich punktet nur bei: einfacher Mechanik (flat 27,5 %), keiner Vorabpauschale, freier Verlustverrechnung im Jahr. Für die meisten privaten Anleger ist DE aber finanziell besser.

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Übersicht und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Steuergesetze ändern sich laufend — Stand und Quellen sind oben angegeben. Für deine konkrete Situation sprich bitte mit einem Steuerberater oder Finanzamt. Quellen: BMF DE, BMF AT, EStG, InvStG, KStG, OECD-DBA-Datenbank.
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