Acht Sitzungen seit 1981, künftig sechs: Warum die Fed aufhört, dem Markt ihren nächsten Schritt zu verraten

Federal Reserve – Acht Sitzungen seit 1981, künftig sechs

Es gibt Reden von Notenbankchefs, die man daran misst, was in ihnen steht. Und es gibt Reden, die man daran misst, was bewusst fehlt. Kevin Warshs Auftritt in Jackson Hole am vergangenen Freitag, dem 28. August, gehört in die zweite Kategorie. Der Mann stand an seinem einhundertsten Tag als Vorsitzender der Federal Reserve auf der wichtigsten geldpolitischen Bühne der Welt — und sagte mit bemerkenswerter Sorgfalt nicht, was seine Notenbank am 15. und 16. September tun wird.

Das war keine Nachlässigkeit. Es war das eigentliche Thema. Warsh trug einen Text mit dem Titel In Our Time vor, und früh darin stand der Satz, der die Rede zusammenfasst: Man könne das Vorgetragene einen Umriss nennen, eine Wegskizze — nur eben nicht forward guidance. Diese Praxis, so Warsh, habe ihre Willkommenszeit überschritten. Und an anderer Stelle, noch knapper: Er stehe hier für eine Disziplin, nicht für eine Entscheidung.

Wer daraus nur die Schlagzeile zieht, die Fed sei besorgt über die Inflation, hat die Hälfte verpasst. Der interessantere Teil ist strukturell: Die amerikanische Notenbank ist gerade dabei, ihre eigene Informationsproduktion zu drosseln. Weniger Vorabsignale, möglicherweise weniger Sitzungen, ausdrücklich weniger Kommentar. Für einen Markt, der seit anderthalb Jahrzehnten weniger die Wirtschaft als die nächste Fed-Formulierung handelt, ist das die relevanteste Änderung des Jahres — und sie steht in keiner Zinsprognose.

Was in Jackson Hole tatsächlich gesagt wurde

Das Symposium der Kansas City Fed stand in diesem Jahr unter dem Thema Finanzinnovation und ihre Folgen für Zahlungsverkehr und Politik. Warshs Beitrag ließ dieses Thema weitgehend links liegen und lieferte stattdessen eine Grundsatzerklärung darüber, wie er die Institution führen will. Er legte sieben Prinzipien vor, und diese Liste lohnt eine genauere Lektüre, weil sie mehr über die kommenden Monate verrät als jede Punktprognose.

Erstens: Entscheidungen gehören auf zeitnahe, belastbare Daten gegründet, nicht auf veraltete Reihen oder einzelne Ausreißer. Zweitens: Geldpolitik hat die Gesamtnachfrage am Angebot auszurichten — mit dem eingebauten Eingeständnis, dass die Angebotskapazität einer Volkswirtschaft nicht direkt beobachtbar ist. Drittens: Das Zwei-Prozent-Ziel bezeichnete er als fest und unverrückbar; Inflation dürfe nicht als etwas behandelt werden, das von allein verschwindet. Viertens: Preisstabilität und maximale Beschäftigung stünden nicht im Grundsatzkonflikt, weil hohe Inflation den Wohlstand selbst beschädigt.

Die letzten drei Punkte betreffen das Instrumentarium. Der Leitzins sei das eigentliche Werkzeug; unkonventionelle Maßnahmen, die die Wirtschaft stimulieren sollen, könnten in echten Krisen angemessen sein, ansonsten aber seien sie sparsam einzusetzen, wenn überhaupt. Geldmengen zählten wieder — sowohl das von der Notenbank geschaffene Geld als auch das, was das Finanzsystem selbst erzeugt. Und schließlich, als siebter Punkt: eine leisere Fed, zielgerichteter in ihrer Kommunikation, sei besser aufgestellt, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

Dazu kam ein Satz, der die Marktbeziehung offen anspricht. Warsh wünscht sich eine Notenbank, bei der Marktteilnehmer nicht mehr in erster Linie zur Fed schauen, um ihren nächsten Trade zu finden. Das ist ungewöhnlich direkt. Notenbankchefs sagen sonst, sie wollten Märkte nicht überraschen. Dieser sagt, er wolle nicht mehr der Hauptdarsteller sein.

Institutionell hat er das bereits unterlegt. Warsh hat fünf Arbeitsgruppen eingesetzt, die den Betrieb der Fed durchleuchten sollen: Kommunikation, Bilanzpolitik, Daten, Produktivität und Beschäftigung sowie der Inflationsrahmen. Besetzt sind sie mit externen Akademikern und Praktikern aus der Wirtschaft — nicht ausschließlich mit Notenbankpersonal, was für sich genommen bereits eine Aussage ist.

Der eigentliche Bruch: acht Sitzungen, seit 1981

Die weitreichendste Idee kam gar nicht am Freitag ans Licht, sondern schon vorher — und sie steht schwarz auf weiß im Protokoll der Sitzung vom 28. und 29. Juli. Dort ist festgehalten, dass der Vorsitzende sechs planmäßige Sitzungen pro Jahr, ungefähr im Zwei-Monats-Takt, zur Diskussion gestellt hat. Die Begründung im Protokoll: So könne zwischen den Terminen mehr Information auflaufen, und es bleibe mehr Zeit für strategische Beratungen. Eine Entscheidung wurde ausdrücklich nicht getroffen.

Man sollte sich klarmachen, welche Konstante hier zur Disposition steht. Der Offenmarktausschuss tagt seit 1981 achtmal im Jahr. Das ist keine gesetzliche Vorgabe — der Banking Act von 1935 verlangt lediglich vier Sitzungen jährlich —, sondern eine Praxis, die unter Paul Volcker inmitten seines Inflationsfeldzugs entstand und seither fünfundvierzig Jahre lang unangetastet blieb. Davor tagte das Gremium monatlich, in Stressphasen häufiger. Die Acht ist also selbst schon eine Reduktion gewesen.

Warsh ist mit dieser Position auch nicht neu. Bereits bei seiner Anhörung im April erklärte er auf Nachfrage von Senator Ruben Gallego, vier Sitzungen seien ihm zu wenig, mehr als vier aber angemessen. Der politische Widerstand formiert sich entsprechend: Gallego hat inzwischen öffentlich Alarm geschlagen, weil eine Notenbank mit sechs statt acht Terminen zwangsläufig länger braucht, um auf eine Verschlechterung zu reagieren.

Der Einwand ist ernst zu nehmen, aber er ist auch technisch lösbar. Der Ausschuss kann jederzeit außerplanmäßig zusammentreten. Nur hat genau das eine unangenehme Nebenwirkung: Eine kurzfristig einberufene Fed-Sitzung ist im heutigen Marktvokabular ein Notsignal. Was in einem Acht-Termine-Kalender eine Routineanpassung wäre, wird in einem Sechs-Termine-Kalender zu einem Ereignis mit eigener Schlagzeile. Die Flexibilität bleibt formal erhalten und wird praktisch teurer.

Die Zahlen, die hinter der Rede stehen

Der Grund für den scharfen Ton liegt in den Preisdaten. Die Gesamtrate der PCE-Inflation, das bevorzugte Maß der Fed, zog im Juli auf 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Kernrate, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, lag bei 3,3 Prozent im Jahresvergleich und stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent. Die Wall Street hatte für die Kernrate 3,2 Prozent erwartet. Warshs Bewertung dieser Zahlen fiel nüchtern aus: Sie seien besser als erwartet ausgefallen, sagten ihm aber nicht, dass sich die zugrunde liegenden Trends nennenswert verbessert hätten.

Das Ziel liegt bei zwei Prozent. Die Kernrate liegt 130 Basispunkte darüber. Und der Leitzins steht bei 3,50 bis 3,75 Prozent — nach der Sitzung Ende Juli, bei der der Ausschuss mit neun zu drei Stimmen unverändert blieb. Die drei Gegenstimmen kamen von Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan; alle drei wollten den Korridor um einen Viertelpunkt anheben. Ein Drittel des stimmberechtigten Gremiums stand also bereits im Juli für eine Erhöhung.

Damit ist der eigentliche Sachverhalt umrissen. Es geht nicht um die Frage, ob die Fed die Zinsen senkt — diese Diskussion ist erledigt. Es geht darum, ob sie hebt. Nach der Rede beziffern Ökonomen die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung auf der Sitzung am 15. und 16. September auf rund sechzig Prozent. Warsh selbst hat das Wort Erhöhung nicht in den Mund genommen. Seine Formulierung war die verklausulierte Variante: Man müsse zuversichtlich sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation klar und mit hinreichendem Tempo auf das Ziel zubewegt — andernfalls habe man noch Arbeit vor sich.

Was der Markt am Freitag daraus gemacht hat

Die Aktienreaktion war unspektakulär. Der S&P 500 gab 0,25 Prozent nach und schloss bei 7.711,76 Punkten, der Nasdaq Composite verlor 0,52 Prozent auf 26.402,42 Zähler, der Dow Jones Industrial Average beendete den Tag mit einem Minus von 9,45 Punkten praktisch unverändert bei 53.559,99. Auf Wochensicht standen trotzdem Gewinne: der S&P 500 rund ein halbes Prozent im Plus, der Nasdaq 0,9 Prozent, der Dow ebenfalls ein halbes Prozent — für den Dow die erste Gewinnwoche seit drei Wochen. Halbleiterwerte drückten am Freitag, nachdem sie zuvor auf die starken Nvidia-Zahlen gestiegen waren.

Interessanter ist der Anleihemarkt, weil er präziser antwortet. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen legte rund zwölf Basispunkte zu und schloss bei etwa 4,35 Prozent, nachdem sie tags zuvor noch bei 4,24 Prozent gelegen hatte. Die zehnjährige Rendite bewegte sich von rund 4,67 in Richtung 4,72 Prozent — also ungefähr fünf Basispunkte.

Diese Asymmetrie ist die eigentliche Nachricht des Tages. Wenn das kurze Ende zwölf Basispunkte steigt und das lange fünf, dann verflacht die Kurve. Übersetzt heißt das: Der Markt hat die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung nach oben genommen, aber gleichzeitig seine langfristigen Inflationserwartungen nicht erhöht. Er glaubt Warsh also. Nicht in dem Sinne, dass er wüsste, was die Fed im September tut — sondern in dem Sinne, dass er ihr zutraut, die Zwei vor dem Komma auf Sicht durchzusetzen. Ein Notenbankchef, der nichts verspricht und trotzdem die langfristigen Erwartungen verankert hält, hat an diesem Freitag mehr gewonnen als einer, der einen Zinsschritt angekündigt hätte.

Europa lebt seit 2022 in genau diesem Regime

Bevor man das für ein amerikanisches Experiment ohne Präzedenzfall hält, lohnt der Blick über den Atlantik. Die Europäische Zentralbank hat die Vorabbindung bereits im Sommer 2022 aufgegeben. Christine Lagarde erklärte damals, sie habe sich durch die eigene forward guidance gebunden und genötigt gefühlt, und stellte den Rat auf einen Ansatz von Sitzung zu Sitzung um, datenabhängig, ohne vorfestgelegten Pfad. Kommunikation wurde nicht abgeschafft, sondern umgestellt: weg von Aussagen darüber, was die Notenbank tun wird, hin zu Aussagen darüber, wie sie Daten interpretiert.

Vier Jahre später lässt sich bilanzieren, was dieser Wechsel bewirkt hat — und was nicht. Er hat den Markt nicht davon abgehalten, EZB-Entscheidungen zu handeln. Er hat lediglich verschoben, wann gehandelt wird: Die Kursbewegung wanderte von den Ratssitzungen zu den Inflationsveröffentlichungen. Genau das ist die realistische Prognose für die Fed. Eine leisere Notenbank macht den Markt nicht unabhängiger von der Geldpolitik, sie verlagert die Volatilität von den Sitzungstagen auf die Datentage.

Die aktuelle Lage im Euroraum verschärft die Parallele noch. Der Rat beließ die Sätze am 23. Juli unverändert: Einlagefazilität 2,25 Prozent, Hauptrefinanzierungsgeschäfte 2,40 Prozent, Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,65 Prozent — nach einer Anhebung um 25 Basispunkte im Juni. Chefökonom Philip Lane bezeichnete eine Inflation nahe drei Prozent als nicht hinnehmbar. Die Geldmärkte preisen für die Entscheidung am 10. September eine hohe Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung. Auf beiden Seiten des Atlantiks steht damit im September dieselbe Frage — und auf beiden Seiten will die zuständige Notenbank sie vorher nicht beantworten.

Wer davon profitiert und wer bezahlt

Für Anleger ist die entscheidende Einsicht, dass hier nicht das Zinsniveau neu bewertet wird, sondern die Unsicherheit über das Zinsniveau. Das trifft unterschiedliche Papiere sehr unterschiedlich.

Die naheliegenden Gewinner sind die Betreiber der Infrastruktur, auf der Unsicherheit gehandelt wird. Die Deutsche Börse verdient an Handelsvolumen und an Absicherungsgeschäften über die Eurex; ein Umfeld, in dem Marktteilnehmer eine breitere Spanne möglicher Zinspfade absichern müssen, ist für dieses Geschäftsmodell strukturell günstig. Dasselbe gilt für die Hypoport-Plattformen im Zinsgeschäft, wenn Zinsvolatilität die Umschuldungs- und Absicherungsaktivität erhöht. Es ist ein unspektakuläres, aber sauberes Argument: Wer die Waage stellt, verdient unabhängig davon, wohin sie ausschlägt.

Auf der anderen Seite stehen die Papiere mit langer Duration. Vonovia und die übrigen Immobilienwerte reagieren nicht auf den heutigen Zins, sondern auf den erwarteten Zins der nächsten zehn Jahre — und je breiter die Spanne der für möglich gehaltenen Pfade, desto höher der Abschlag, den der Markt für diese Bandbreite verlangt. Vergleichbares gilt für hoch verschuldete Infrastrukturtitel. Bei den Banken ist das Bild gemischter, als die Faustregel nahelegt: Deutsche Bank und Commerzbank verdienen an einem höheren Leitzins über den Zinsüberschuss, leiden aber an einer flacheren Kurve, weil die Fristentransformation genau von der Differenz zwischen kurz und lang lebt. Wenn das kurze Ende zwölf Basispunkte steigt und das lange fünf, ist das für das Kreditbuch keine gute Nachricht. Versicherer wie Allianz und Münchener Rück profitieren dagegen ziemlich unzweideutig von einem dauerhaft höheren Wiederanlagezins.

Für den privaten Anleger im deutschsprachigen Raum kommt die steuerliche Seite hinzu, die bei kurzfristigen Umschichtungen gern unterschätzt wird. In Deutschland fallen auf Kursgewinne und Zinserträge 25 Prozent Abgeltungsteuer an, mit Solidaritätszuschlag effektiv 26,375 Prozent, zuzüglich Kirchensteuer, wobei der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro je Person vorab greift. In Österreich sind es 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer ohne vergleichbaren Freibetrag. Eine Positionsanpassung, die auf eine erwartete Zinsentscheidung setzt, muss diese Abgabe erst verdienen, bevor sie überhaupt etwas verdient — ein Argument, das in einem Regime mit weniger vorhersehbaren Sitzungsterminen an Gewicht gewinnt.

Die Gegenargumente, und sie sind nicht schwach

Es wäre unredlich, die These von der steigenden Unsicherheitsprämie als ausgemacht darzustellen. Der Streit darüber läuft, und beide Seiten haben Substanz.

George Catrambone, bei der DWS Group für festverzinsliche Anlagen in Amerika zuständig, formuliert die Warnung so: Es werde die Volatilität mit Sicherheit erhöhen, weil geringere Transparenz die Marktteilnehmer zwinge, sich abzusichern oder eine breitere Streuung möglicher Ergebnisse einzupreisen. Das ist die Standardlogik: Weniger Information, mehr Absicherungsbedarf, höhere Prämien. Kritiker ergänzen, dass seltenere Entscheidungen die Volatilität nicht verringern, sondern konzentrieren — statt acht kleiner Ereignisse gibt es sechs größere.

Dagegen steht ein Argument, das ebenfalls empirisch unterfüttert ist. Russell Rhoads von der Kelley School of Business der Indiana University weist darauf hin, dass die Volatilität rund um Fed-Sitzungen gerade wegen der gestiegenen Transparenz stark abgenommen hat. Wer diesen Befund ernst nimmt, kann ihn allerdings auch gegen die Reform lesen: Wenn Transparenz die Schwankungen gedämpft hat, dann bringt ihr Abbau sie zurück.

Der dritte Einwand ist der grundsätzlichste, und er richtet sich gegen die Prämisse der Reform selbst. Es ist keineswegs ausgemacht, dass ein Markt, dem die Fed weniger sagt, deshalb weniger auf die Fed schaut. Wahrscheinlicher ist, dass er dieselbe Aufmerksamkeit auf ein schmaleres Signalband richtet — auf jedes einzelne Wort in den verbleibenden Statements, auf jede Rede eines regionalen Präsidenten, auf jeden Datenpunkt, den er als Auslöser interpretiert. Weniger Information erzeugt nicht automatisch weniger Deutung. Sie erzeugt manchmal mehr, nur auf schlechterer Grundlage. Die europäische Erfahrung seit 2022 stützt eher diese Lesart als die Hoffnung auf einen entspannteren Markt.

Was jetzt zu beobachten ist

Der nächste harte Termin ist die Sitzung am 15. und 16. September. Wer sie handeln will, sollte sich bewusst machen, dass er nach dieser Rede weniger Vorabinformation hat als bei jeder vergleichbaren Entscheidung der vergangenen fünfzehn Jahre. Rund sechzig Prozent Erhöhungswahrscheinlichkeit ist kein Konsens, es ist eine Münze mit leichter Schlagseite. Die drei Gegenstimmen vom Juli sind weiterhin im Ausschuss und weiterhin für eine Anhebung.

Wichtiger als die Septemberentscheidung selbst ist aber die Frage nach dem Kalender. Sollte der Ausschuss tatsächlich auf sechs Sitzungen umstellen, wäre das die erste Änderung dieser Struktur seit 1981 und weit mehr als eine Verwaltungsfrage. Sie würde bestimmen, wie oft der wichtigste Preis der Weltwirtschaft überhaupt zur Abstimmung gestellt wird. Die fünf Arbeitsgruppen liefern hier die besseren Frühindikatoren als jede Rede: Was aus der Kommunikations- und der Inflationsrahmen-Gruppe kommt, entscheidet, ob Jackson Hole eine Momentaufnahme war oder der Beginn einer neuen Betriebsart.

Und dann bleibt der Satz, den Warsh an diesem Freitag als Kern seiner Amtsauffassung formuliert hat: Er stehe für eine Disziplin, nicht für eine Entscheidung. Für einen Notenbanker ist das eine bemerkenswert selbstbewusste Aussage, denn sie verlangt, dass man ihm die Disziplin abnimmt, ohne die Entscheidungen vorher zu kennen. Der Anleihemarkt hat ihm diesen Kredit am Freitag mit einer flacheren Kurve gewährt. Ob er ihn behält, entscheidet sich nicht in Wyoming, sondern in den Inflationsdaten der kommenden Monate — und darin, ob eine leisere Fed am Ende tatsächlich eine ist, der man besser zuhören kann, oder nur eine, die man schwerer versteht.

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