Die Fed entscheidet am Mittwoch über eine Inflationszahl, die es so nicht mehr gibt

Fed entscheidet ueber eine abgelaufene Inflationszahl – Marktkommentar

Am kommenden Mittwoch, dem 29. Juli, um 14:00 Uhr Ortszeit New York wird die US-Notenbank ihren Zinsentscheid veröffentlichen, und eine halbe Stunde später wird Kevin Warsh zum zweiten Mal als Vorsitzender vor die Presse treten. Die wichtigste Zahl, die auf dem Tisch der Sitzung liegt, ist der Verbraucherpreisindex für Juni: Die Gesamtrate fiel von 4,2 auf 3,5 Prozent, im Monatsvergleich sank der Index um 0,4 Prozent — der grösste Monatsrückgang seit April 2020. Es war die beste Inflationsnachricht dieses Jahres. Sie ist auch, in jedem praktischen Sinn, bereits abgelaufen.

Das ist keine rhetorische Zuspitzung, sondern eine Frage der Zerlegung. Die Entlastung im Juni kam fast vollständig aus einer einzigen Komponente, und genau diese Komponente hat sich in den drei Wochen seit der Veröffentlichung vollständig umgedreht. Der Markt hat es bemerkt, auch wenn die Schlagzeilen der vergangenen Woche von Alphabet, Tesla und Intel handelten: Die markt-implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am 29. Juli lag am 16. Juli noch bei drei Prozent. Am Freitag lag sie, je nach Berechnung, zwischen einem Viertel und einem Drittel. Das ist keine Neubewertung von Unternehmensgewinnen. Das ist eine Neubewertung des Preises von Geld.

Was der Juni-Bericht wirklich gesagt hat

Sehen wir uns die Zahlen genauer an, denn die Struktur ist wichtiger als die Überschrift. Die Gesamtinflation ging auf Jahressicht von 4,2 auf 3,5 Prozent zurück. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie fiel von 2,9 auf 2,6 Prozent. Der monatliche Rückgang von 0,4 Prozent nach einem Plus von 0,5 Prozent im Mai war der stärkste seit April 2020, als die Pandemie die Nachfrage in einem Ausmass einbrechen liess, das ohne historisches Vorbild war. Ein solcher Wert erscheint nicht durch eine allmähliche Entspannung. Er erscheint, wenn ein Preis kollabiert.

Und genau das geschah. Die Energiekomponente stieg im Juni nur noch um 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 23,5 Prozent im Mai. Diese Differenz von knapp acht Prozentpunkten in einer Kategorie mit erheblichem Gewicht erklärt praktisch die gesamte Verbesserung. Zum Vergleich die beiden Positionen, die für die Kaufkraft der meisten Haushalte tatsächlich entscheidend sind: Die Wohnkosten sanken von 3,4 auf 3,3 Prozent, die Nahrungsmittelpreise von 3,1 auf 3,0 Prozent. Das sind Rundungsdifferenzen, keine Trendwenden.

Der Auslöser der Energieentlastung war ebenfalls kein geldpolitischer Erfolg, sondern ein diplomatischer: die Waffenruhe zwischen den USA und Iran, die den Ölpreis im späten Frühjahr aus der Kriegsprämie herausnahm. Der Juni-CPI war also, präzise formuliert, eine Waffenruhe-Dividende. Er zeigte nicht, dass ein Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent die Inflation niederhält. Er zeigte, dass ein fallender Ölpreis das kann. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn eine Notenbank kann das eine kontrollieren und das andere nicht.

Die Dividende ist inzwischen zurückgezahlt

In den Wochen nach dem 14. Juli hat der Ölmarkt die Rechnung präsentiert. Am Donnerstag, dem 23. Juli, überschritt Brent erstmals seit Ende Mai wieder die Marke von 100 Dollar und erreichte 100,66 Dollar, nachdem die Huthi-Miliz Angriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer für sich beansprucht hatte und der Verkehr durch die Strasse von Hormus weiter gestört blieb. Über den Juli gerechnet summiert sich der Anstieg auf rund 40 Prozent.

Am Freitag gab der Preis dann knapp vier Prozent ab und schloss bei 96,78 Dollar — der stärkste Tagesverlust seit Ende Juni. Auslöser waren Berichte, Pakistan dränge mit chinesischer Unterstützung auf neue Gespräche zwischen Washington und Teheran, sowie technisch überkaufte Momentum-Indikatoren nach einem sehr schnellen Anstieg. Doch auf Wochensicht blieb ein Plus von 9,7 Prozent stehen. Ein Rückgang um vier Prozent von über hundert Dollar ist keine Entspannung, sondern eine Verschnaufpause auf einem deutlich höheren Niveau.

Für die Inflationsrechnung bedeutet das mechanisch Folgendes: Die Energiekomponente, die den Juni-Bericht so freundlich aussehen liess, wird im Juli-Bericht in die andere Richtung wirken. Dieser Bericht erscheint Mitte August. Die Fed entscheidet am Mittwoch, ohne ihn gesehen zu haben. Sie entscheidet mit der Zahl in der Hand, die die Vergangenheit beschreibt, und mit dem Impuls im Markt, der die Zukunft beschreibt — und die beiden zeigen in entgegengesetzte Richtungen.

Die zweite Umkehr, die niemand im Kalender hatte

Es gab in diesem Sommer einen zweiten Disinflations-Bonus, auf den Anleger gezählt hatten, und er ist am Freitag ebenfalls verschwunden — nur unauffälliger. Der pauschale Aufschlag von zehn Prozent auf nahezu alle US-Importe, den das Weisse Haus im Februar unter Section 122 des Handelsgesetzes von 1974 verhängt hatte, endete am 24. Juli um 00:01 Uhr Ortszeit Washington. Nicht durch eine politische Entscheidung, sondern von Gesetzes wegen: Section 122 erlaubt einen solchen Aufschlag maximal 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses, und diese Frist begann am 24. Februar zu laufen.

Der Aufschlag war seinerseits eine Notlösung gewesen. Er entstand innerhalb von Stunden, nachdem der Supreme Court mit sechs zu drei Stimmen in der Sache Learning Resources, Inc. gegen Trump entschieden hatte, dass das Notstandsgesetz IEEPA dem Präsidenten keine Befugnis zur Verhängung von Zöllen gibt. Viele Marktteilnehmer hatten den 24. Juli deshalb als preissenkendes Ereignis im Kalender: Ein Zehn-Prozent-Aufschlag auf die halbe Importpalette fällt weg, das entlastet Verbraucherpreise mit einigen Monaten Verzögerung.

Es kam anders. Am selben Tag traten neue Zölle unter Section 301 in Kraft, angeknüpft an den Umgang von Handelspartnern mit Zwangsarbeit in ihren Lieferketten, und zwar auf Importe aus 60 Volkswirtschaften. Die Sätze liegen bei 10 bis 12,5 Prozent; der Vorschlag mit 12,5 Prozent betrifft 46 Länder, darunter China, Vietnam, Indien, Thailand, Japan und Südkorea. Der entscheidende Unterschied liegt aber nicht in der Höhe, sondern in der Haltbarkeit: Section 301 kennt keine gesetzliche Verfallsklausel. Aus einer befristeten Abgabe mit eingebautem Ablaufdatum wurde eine unbefristete, minimal höhere.

Damit ergibt sich ein Muster, das man kaum übersehen kann. Beide Kräfte, die den Preisdruck in den USA im Sommer nach unten gezogen haben — der billigere Rohstoff und der auslaufende Zoll — haben sich innerhalb weniger Tage als Kredit erwiesen, nicht als Geschenk. Der eine wurde vom Ölmarkt zurückgefordert, der andere vom Handelsministerium.

Der Anleihemarkt ist der ehrlichste Zeuge

Wer wissen will, wie ein Markt eine Situation wirklich einschätzt, sollte nicht auf Aktien schauen, sondern auf Anleihen — dort ist die Meinung eindeutiger, weil weniger Geschichten hineinpassen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Freitag auf 4,69 Prozent, also rund 4,70 Prozent. Es war der fünfte Anstieg in Folge und der höchste Stand seit Januar 2025. Als Treiber wurde ausdrücklich das neue Zollpaket genannt. Die zweijährige Rendite lag bei 4,33 Prozent.

Diese zwei Zahlen sagen zusammen mehr als jede Umfrage. Bei einem Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent liegt das kurze Ende deutlich darüber — der Markt preist also keine Senkung, sondern eher das Gegenteil. Und das lange Ende liegt noch einmal 36 Basispunkte höher, was einer positiv geneigten Kurve entspricht. Die Anleger verlangen für lange Laufzeiten wieder eine echte Prämie, weil das Inflationsrisiko über einen Zehnjahreshorizont grösser geworden ist. Genau darin liegt die Bedeutung für Aktien: 4,70 Prozent risikoloser Zins ist der Nenner in jedem Bewertungsmodell, das künftige Gewinne auf heute diskontiert. Steigt dieser Nenner, sinkt der faire Wert langlaufender Wachstumsversprechen ganz mechanisch, ohne dass ein einziger Geschäftsbericht schlechter werden muss.

Was das Gremium tatsächlich sagt

Die Sitzung im Juni war schon ein Signal, wenn man sie richtig liest. Am 17. Juni beliess das Gremium den Zielkorridor einstimmig zum vierten Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Es war Warshs erste Sitzung als Vorsitzender, und das Statement wurde drastisch gekürzt sowie von jener Sprache befreit, die eine Neigung zu künftigen Senkungen signalisiert hatte. Bemerkenswerter noch: Der Median der Projektionen kippte. Er impliziert nun einen Leitzins zum Jahresende 2026, der höher liegt als heute — im März implizierte derselbe Median noch eine Senkung. Knapp die Hälfte der Entscheidungsträger signalisierte Unterstützung für eine Erhöhung noch in diesem Jahr.

Warsh selbst hat sich beim Notenbank-Forum in Sintra am 1. Juli mit dem Satz positioniert, die Preise seien zu hoch, und erklärt, das Gremium habe keine Toleranz für dauerhaft erhöhte Inflation. Gleichzeitig lehnt er Forward Guidance grundsätzlich ab und wollte nicht sagen, ob im Juli erhöht wird. Zwei weitere Stimmen sind noch deutlicher geworden: Vizevorsitzender Philip Jefferson sagte, sollte die tatsächliche Inflation nicht bald abkühlen, könne es angemessen sein, die geldpolitische Haltung zu überdenken. Gouverneur Christopher Waller warnte, wenn sich der Aufwärtstrend fortsetze, werde es schwer, die Inflation mit der Geldpolitik auf dem aktuellen Niveau zum Zwei-Prozent-Ziel zurückzuführen. Gouverneurin Lisa Cook verwies auf eine Zwölfmonatsrate, die noch 1,7 Prozentpunkte über dem Ziel liegt.

Der Basisfall bleibt trotzdem: kein Schritt am Mittwoch. Der Markt sieht den Beginn eines Erhöhungszyklus eher im September oder Oktober und preist für 2026 insgesamt zwei Schritte. Interessanter als der Entscheid selbst ist deshalb die Formulierung des Statements — und die Frage, ob die Einstimmigkeit des Junis hält oder ob es erstmals unter Warsh ein abweichendes Votum gibt.

Warum die vergangene Börsenwoche falsch erzählt wurde

Die Wochenbilanz an der Wall Street war schwach, und die verbreitete Erklärung lautete: Angst vor den KI-Investitionen. Der Nasdaq Composite verlor über die fünf Handelstage 2,1 Prozent, der S&P 500 0,6 Prozent — für beide die zweite Verlustwoche in Folge. Der Dow Jones gab 0,4 Prozent ab und beendete damit die dritte Verlustwoche hintereinander. Der Donnerstag lieferte die Bilder dazu: Der S&P verlor 1,2 Prozent, der Nasdaq 100 sogar 1,9 Prozent, Alphabet fiel sieben Prozent und Tesla vierzehn.

Der Freitag zeigte dann etwas anderes, nämlich einen zweigeteilten Markt. Der Dow legte 235,60 Punkte oder 0,46 Prozent auf 51.947,25 zu, der S&P 500 schloss mit 7.411,98 praktisch unverändert bei plus 0,05 Prozent, während der Nasdaq Composite 0,64 Prozent auf 24.975,82 nachgab. Speicherwerte litten weiter, Sandisk verlor elf Prozent. Ein Markt, in dem Industrie- und Finanztitel steigen, während langlaufende Technologie fällt, ist typischerweise kein Markt, der ein Geschäftsmodell in Zweifel zieht. Er ist ein Markt, der einen Zinssatz neu einpreist.

Damit ist nicht gesagt, dass die Capex-Debatte irrelevant wäre — Alphabets Kapitalflussrechnung war real, und wir haben sie an dieser Stelle in den vergangenen Tagen ausführlich besprochen. Der Punkt ist, dass beide Erklärungen in dieselbe Richtung wirken und in derselben Woche geprüft werden. Am Mittwoch entscheidet die Fed über den Diskontierungssatz, und nach Börsenschluss desselben Tages berichten Microsoft und Meta über die Cashflows. Am Donnerstag folgen Apple und Amazon. Zähler und Nenner in 48 Stunden.

Was das für europäische und deutsche Depots bedeutet

Europa hat die Woche freundlicher beendet, was den Unterschied der beiden Zinswelten unterstreicht. Der DAX stieg am Freitag um 1,36 Prozent auf 25.099,00 Punkte, der Stoxx Europe 600 um 0,8 Prozent, angetrieben unter anderem von Zahlen der SAP über den Erwartungen und robusten Konjunkturdaten. Am Donnerstag hatte der Stoxx 600 noch 0,9 Prozent verloren. Die Europäische Zentralbank hielt am 23. Juli bei 2,25 Prozent und signalisierte, dass inflationäre Risiken weitere Erhöhungen rechtfertigen könnten; der Markt preist für dieses Jahr rund 23 Basispunkte.

Für ein deutsches oder österreichisches Depot ergeben sich daraus drei nützliche Unterscheidungen. Erstens die Ölseite: Energieintensive Industrie wie BASF und Kerosinverbraucher wie Lufthansa stehen auf der Kostenseite dieses Sommers, während Versorger mit eigener Erzeugung wie RWE und E.ON von höheren Grosshandelspreisen profitieren können. Zweitens die Zinsseite: Deutsche Bank und Commerzbank sind strukturelle Gewinner eines länger hohen Zinsniveaus, weil die Zinsspanne im Kreditgeschäft trägt — dieselbe Bewegung, die Infineon und andere langlaufende Technologiewerte über den Diskontierungssatz belastet. Drittens die Zollseite: Der Swap von Section 122 zu Section 301 trifft deutsche Exporteure indirekt über ihre asiatischen Lieferketten, und die entscheidende Änderung ist, dass mit dem Wegfall des Ablaufdatums die Planungsgrundlage für Beschaffungsentscheidungen dauerhaft geworden ist. Ein Zoll, auf den man warten kann, wird anders behandelt als einer, der bleibt.

Steuerlich bleibt es in Deutschland bei der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, in Österreich bei 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer — und damit bei der Regel, dass eine höhere Anleiherendite die Alternative zum Aktienrisiko nach Steuern spürbar attraktiver macht als noch vor zwei Jahren. Wer Anleihen als Vergleichsmassstab länger ignoriert hat, sollte bei 4,70 Prozent am langen Ende neu rechnen.

Die Gegenargumente, und sie sind stark

Die These dieses Kommentars ist, dass die Fed am Mittwoch auf einer verfallenen Zahl entscheidet. Die Gegenposition verdient eine ernsthafte Darstellung, denn sie ist besser als üblich. Erstens: Ein Preissprung ist kein Inflationsregime. Öl gab am Freitag schon vier Prozent ab, und ein einzelner Angebotsschock erzeugt einen Basiseffekt, der sich nach zwölf Monaten von selbst auflöst. Notenbanken haben durch Angebotsschocks historisch hindurchgeschaut, und das war meist richtig.

Zweitens, und das ist das gewichtigste Argument: Die Kernrate von 2,6 Prozent ist der niedrigste Stand dieses Zyklus, und die Wohnkosten verlangsamen sich weiter. Der Untergrundtrend der amerikanischen Inflation ist gut, nicht schlecht. Drittens hat sich die Durchreichung von Zöllen auf Endverbraucherpreise wiederholt als kleiner erwiesen als befürchtet, weil Margen, Wechselkurse und Lieferkettenverlagerungen einen Teil absorbieren. Viertens — und das ist das Argument gegen ein Handeln der Fed überhaupt — ist eine Straffung in einen Angebotsschock hinein der klassische Politikfehler: Sie bekämpft einen Preis, den sie nicht beeinflusst, und bezahlt dafür mit Nachfrage, die sie sehr wohl beeinflusst. Das Gegenbeispiel 2022 mahnt allerdings zur Vorsicht bei zu viel Gelassenheit: Damals hielt man einen Angebotsschock ebenfalls für vorübergehend, bis er sich in Löhnen und Erwartungen festgesetzt hatte.

Fünftens schneidet Warshs Ablehnung von Forward Guidance in beide Richtungen. Sie erhöht die Überraschungsvarianz am Mittwoch, unabhängig davon, welche Entscheidung fällt. Ein Gremium, das sich nicht vorab bindet, kann angenehmer und unangenehmer überraschen als eines, das seine Absichten monatelang telegrafiert.

Was in der kommenden Woche zu beobachten ist

Der Kalender ist dicht, und die Reihenfolge ist bemerkenswert. Am Dienstag berichten unter anderem PayPal, Coca-Cola, Boeing, Visa und Ford, während die FOMC-Sitzung beginnt. Am Mittwoch folgt um 14:00 Uhr New Yorker Zeit der Entscheid, um 14:30 Uhr die Pressekonferenz, und nach Börsenschluss legen Microsoft, Meta, ARM und Qualcomm ihre Zahlen vor. Am Donnerstag erscheinen der PCE-Deflator und die Wachstumszahlen; der Konsens erwartet die Kernrate des PCE bei etwa 3,4 Prozent, unverändert gegenüber Mai. Nach Börsenschluss folgen Apple, Amazon und Coinbase, für Apple erwartet die Wall Street einen Gewinn je Aktie von 1,89 Dollar bei 108,89 Milliarden Dollar Umsatz.

An dieser Reihenfolge ist ein Detail nicht zu übersehen: Die Fed entscheidet am Mittwoch, und ihr eigenes bevorzugtes Inflationsmass wird erst am Donnerstag veröffentlicht. Sie kennt die Zahl vorab, der Markt nicht. Wer die Sitzung deuten will, sollte deshalb weniger auf den Entscheid selbst achten als auf drei Signale: die Formulierung zur Inflation im verkürzten Statement, das Auftreten oder Ausbleiben eines Gegenvotums, und die Antwort von Warsh auf die unvermeidliche Frage, wie die Notenbank einen geopolitischen Ölpreis zu behandeln beabsichtigt.

Das eigentliche Urteil fällt ohnehin später. Der Juli-Bericht zum Verbraucherpreisindex erscheint Mitte August und wird zeigen, wie viel von den 40 Prozent Ölanstieg tatsächlich in den Endpreisen landet. Bis dahin gilt für Anleger eine unbequeme, aber nützliche Regel: Behandeln Sie die 3,5 Prozent aus dem Juni nicht als Zustand, sondern als Momentaufnahme eines Preises, der inzwischen ein anderer ist. Bei BMInsider werden wir die Sitzung am Mittwoch und die Reaktion an den Anleihemärkten laufend begleiten — denn wenn das lange Ende nach der Pressekonferenz weiter steigt, ist die Frage nicht mehr, ob die Fed straffen wird, sondern nur noch, wann sie es nachholt.

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