Am Freitagnachmittag, kurz nach vier Uhr Ortszeit, erschien auf den Servern der amerikanischen Börsenaufsicht ein Dokument, auf das eine ganze Branche seit Wochen gewartet hatte. Berkshire Hathaway meldete seine Aktienbestände zum 30. Juni 2026. Es war die zweite vollständige Quartalsmeldung unter Greg Abel, und sie kam nach einem Quartal, in dem der Konzern etwas getan hatte, das er dreieinhalb Jahre lang nicht mehr getan hatte: mehr Aktien kaufen als verkaufen. 23,5 Milliarden Dollar flossen in Aktien, 3,7 Milliarden kamen heraus. Erstmals seit fünfzehn Quartalen war Berkshire wieder Nettokäufer.
Wer das Formular öffnet, findet darin genau eine neue Position. Sie heißt D.R. Horton, umfasst 3.564 Aktien und ist 580.504 Dollar wert. Das gesamte gemeldete Depot steht bei 299,25 Milliarden Dollar. Auf jeden Dollar, den Berkshire in amerikanischen Aktien hält, entfallen damit zwei Millionstel Dollar D.R. Horton.
Diese Lücke zwischen 23,5 Milliarden Dollar Kaufvolumen und einer halben Million Dollar Neuzugang ist kein Widerspruch und kein Rätsel. Sie ist die genaueste verfügbare Beschreibung dessen, was ein Formular 13F ist und was es nicht ist. Und weil in diesen Tagen tausende Anleger die Meldungen der bekanntesten Investoren durchgehen, um daraus Kaufentscheidungen abzuleiten, lohnt es sich, diesen einen Fall bis zum Ende durchzurechnen.
Was in dem Dokument tatsächlich steht
Berkshire meldet 29 Positionen, verteilt auf 89 Tabellenzeilen und vierzehn zusätzlich einbezogene Verwalter, von der National Indemnity über GEICO bis zur Nebraska Furniture Mart. Der Gesamtwert stieg von 263,10 Milliarden Dollar im ersten Quartal auf 299,25 Milliarden. Die Zahl der Positionen blieb bei 29. Unterschrieben ist die Meldung von Marc D. Hamburg, Senior Vice President, mit Datum vom 14. August.
Der aufschlussreichste Wert steht nicht in der Tabelle, sondern muss aus ihr errechnet werden. Fünfzehn der 29 Positionen sind gegenüber dem Vorquartal auf die einzelne Aktie genau unverändert: Apple mit 227.917.808 Stück, American Express mit 151.610.700, Coca-Cola mit exakt 400.000.000, dazu Chevron, Occidental, Chubb, Moody’s, Kraft Heinz, SiriusXM, VeriSign, beide Liberty-Live-Gattungen, Louisiana-Pacific, NVR und Jefferies. Zusammen sind diese fünfzehn Positionen 215,2 Milliarden Dollar wert. Rund 72 Prozent des gemeldeten Depots haben sich im gesamten Quartal um keine einzige Aktie bewegt.
Auf der Verkaufsseite steht ein einziger vollständiger Ausstieg: Constellation Brands, 632.890 Aktien, komplett abgegeben. Daneben wurde reduziert, teils deutlich: Capital One um 58 Prozent auf drei Millionen Aktien, Nucor um 52,5 Prozent, Kroger um 22 Prozent auf 39 Millionen Stück, Ally Financial um knapp sieben, DaVita um gut vier Prozent. Aufgestockt wurde außer Alphabet noch Delta Air Lines um 44 Prozent auf 57,32 Millionen Aktien, Macy’s um 142 Prozent auf einer sehr kleinen Basis, Lennar um knapp 30 Prozent und die New York Times um 3,7 Prozent.
Die einzige Entscheidung des Quartals heißt Alphabet
Alphabet erscheint im Formular zweimal, weil Berkshire beide Gattungen hält. Die stimmberechtigte A-Gattung wuchs von 54.249.798 auf 78.791.167 Aktien, ein Plus von 24.541.369 Stück oder 45,2 Prozent. Die stimmrechtslose C-Gattung sprang von 3.585.215 auf 27.188.433 Aktien, ein Plus von 23.603.218 Stück oder 658 Prozent. Zusammengerechnet: von 57,84 auf 105,98 Millionen Aktien, ein Zuwachs von 48,14 Millionen Stück oder 83 Prozent. Der Wert stieg von 16,63 auf 37,76 Milliarden Dollar.
Ein Teil davon war bekannt. Am 1. Juni kündigte Alphabet Eigenkapitalmaßnahmen über insgesamt 80 Milliarden Dollar an, um den Ausbau der Rechenkapazität für künstliche Intelligenz zu finanzieren. Berkshire zeichnete davon eine Privatplatzierung über zehn Milliarden Dollar: fünf Milliarden in A-Aktien zu 351,81 Dollar je Stück und fünf Milliarden in C-Aktien zu 348,20 Dollar. Das entspricht 14.212.216 A-Aktien und 14.359.563 C-Aktien, zusammen rund 28,57 Millionen Stück.
Jetzt die Subtraktion, die in keiner Pressemeldung steht. Zugekauft wurden 48,14 Millionen Aktien, aus der Platzierung stammen 28,57 Millionen. Bleiben 19,57 Millionen Alphabet-Aktien, die Berkshire im zweiten Quartal ganz normal über die Börse gekauft hat – 10,33 Millionen der A-Gattung und 9,24 Millionen der C-Gattung. Zu Kursen in der Größenordnung des Platzierungspreises sind das grob 6,5 bis sieben Milliarden Dollar. Der genaue Betrag lässt sich aus dem Formular nicht ableiten, weil es keine Einstandskurse enthält; die Größenordnung schon.
Damit ergibt sich das eigentliche Bild des Quartals. Von 23,5 Milliarden Dollar Aktienkäufen gingen rund 16,8 Milliarden in ein einziges Unternehmen. Etwa 72 Prozent des gesamten Kaufvolumens flossen in einen Namen – und ziemlich genau 72 Prozent des Depots rührten sich nicht. Berkshires erstes expansives Quartal seit dreieinhalb Jahren besteht im Kern aus einer Entscheidung. Alles andere ist Feinjustierung.
Nebenbei ist Alphabet damit die drittgrößte amerikanische Aktienposition des Konzerns, hinter Apple mit 65,95 und American Express mit 51,28 Milliarden Dollar, aber vor Coca-Cola mit 32,51 Milliarden. Zahlreiche automatisierte Auswertungen führen Alphabet an vierter Stelle, weil sie die beiden Gattungen getrennt zählen. Das ist der harmloseste der Fehler, die dieses Formular provoziert.
Zwei Positionen, die neu aussehen und keine sind
Der weniger harmlose Fehler steckt in der Namensspalte. Im ersten Quartal meldete Berkshire eine Position unter der Bezeichnung Bank America Corp. Im zweiten Quartal steht dort Bank of Amer Corp. Wer beide Meldungen über den Namen abgleicht, sieht einen vollständigen Ausstieg aus einer 27-Milliarden-Position und eine brandneue 27-Milliarden-Position. Die Wertpapierkennnummer ist in beiden Fällen 060505104. Es ist dieselbe Aktie. Tatsächlich geschehen ist das Gegenteil einer Neuaufnahme: Der Bestand sank von 513.624.165 auf 483.394.015 Stück, ein Minus von 30,23 Millionen Aktien oder 5,9 Prozent.
Derselbe Mechanismus trifft Chubb. Im Vorquartal Chubb Ltd Switz, jetzt Chubb Limited, Kennnummer beide Male H1467J104, Bestand beide Male exakt 34.249.183 Aktien. Ein namensbasierter Vergleich meldet hier einen Verkauf über 11,67 Milliarden Dollar und einen Kauf über 11,67 Milliarden Dollar. Passiert ist nichts.
Das ist keine Spitzfindigkeit. Es ist der Grund, warum Schlagzeilen über Beteiligungsmeldungen so oft auseinandergehen. Wer 13F-Meldungen vergleicht, muss über die Kennnummer vergleichen, niemals über den Namen des Emittenten. Die Namensspalte ist Freitext, den der meldende Verwalter selbst tippt, und sie ändert sich, wenn jemand in Omaha eine Vorlage aktualisiert.
Was ein 13F strukturell nicht zeigen kann
Die Meldepflicht greift für institutionelle Verwalter mit mindestens 100 Millionen Dollar in bestimmten amerikanischen Wertpapieren. Gemeldet werden Long-Positionen in börsennotierten US-Aktien, Hinterlegungsscheinen und einigen Options- und Wandelpapieren. Nicht gemeldet werden Anleihen, Barmittel, Direktbeteiligungen an nicht börsennotierten Firmen, Leerverkäufe, Absicherungsgeschäfte und sämtliche an ausländischen Börsen gehaltenen Aktien.
Genau darin liegt die größte Auslassung dieses konkreten Falls. Berkshire hält jeweils rund zehn Prozent an den fünf japanischen Handelshäusern Mitsubishi, Mitsui, Marubeni, Itochu und Sumitomo. Diese Beteiligungen tauchen in keinem einzigen 13F auf und werden es nie tun, weil sie in Tokio notieren. Greg Abel reiste in derselben Woche nach Japan, um die Führungen genau dieser fünf Häuser zu treffen. Wer Berkshires Portfolio ausschließlich über das amerikanische Formular verfolgt, sieht diesen Teil des Konzerns nicht.
Hinzu kommt die Zeit. Die Meldung beschreibt den Stand am 30. Juni und durfte bis zum 14. August eingereicht werden. Was am 15. Mai gekauft und am 20. Juni wieder verkauft wurde, existiert in dem Dokument nie. Berkshire reichte am 14. August ein, also am letzten zulässigen Tag. Das ist kein Sonderfall: Untersuchungen zum Meldeverhalten zeigen, dass Hedgefonds die Frist deutlich stärker ausreizen als andere Verwalter – nur rund ein Viertel meldet bis Tag 40, während etwa dreißig Prozent allein am fünfundvierzigsten Tag einreichen. Als Motiv gilt vor allem der Schutz noch laufender eigener Käufe.
Und schließlich darf ein Verwalter einzelne Positionen mit Zustimmung der Aufsicht vorerst ganz weglassen. Berkshire hat dieses Instrument in der Vergangenheit genutzt und den Chubb-Aufbau erst Monate später offengelegt – dieselbe Chubb-Position, die jetzt unverändert im Depot steht. In der aktuellen Meldung ist das Feld für ausgelassene vertrauliche Positionen jedoch ausdrücklich auf nein gesetzt. Diesmal fehlt nichts.
Derselbe Nachmittag, dieselbe Aktie, die Gegenrichtung
Am selben Freitag meldete Bill Ackmans Pershing Square, im zweiten Quartal die restlichen Alphabet-Bestände beider Gattungen vollständig verkauft zu haben, nachdem im Vorquartal bereits 95 Prozent abgebaut worden waren. Aufgestockt wurden stattdessen Microsoft und Meta, reduziert wurde Amazon.
Zwei der bekanntesten Adressen Amerikas, dieselbe Aktie, dasselbe Quartal, entgegengesetzte Richtung, veröffentlicht innerhalb derselben Stunde. Wer 13F-Meldungen als Signal liest, muss daraus schließen, dass hier ein fundamentaler Meinungsstreit über Alphabet ausgetragen wird.
Er wird vermutlich nicht ausgetragen. Ackman hat öffentlich gesagt, dass er Alphabet weiterhin für aussichtsreich hält, sein Kapital aber begrenzt ist und Microsoft ihm derzeit als die bessere Verwendung erscheint. Berkshire dagegen sitzt auf 344,1 Milliarden Dollar in Bargeld und kurzlaufenden Staatsanleihen. Die beiden Häuser treffen nicht dieselbe Entscheidung unter verschiedenen Annahmen, sondern verschiedene Entscheidungen unter völlig verschiedenen Nebenbedingungen. Ein konzentrierter Fonds mit einem gutem Dutzend Positionen muss verkaufen, um zu kaufen. Berkshire muss das nicht. Das Formular zeigt in beiden Fällen dieselbe Art von Zeile – und verschweigt in beiden Fällen den einzigen Umstand, der die Zeile erklärt.
Die gleiche Übung funktioniert bei Delta Air Lines, das Berkshire um 44 Prozent aufstockte, während andere prominente Verwalter die Position im Jahresverlauf geräumt haben. Auch hier gilt: Das Dokument enthält die Handlung, niemals den Grund.
344 Milliarden Dollar und ein neuer Mann an der Spitze
Der Zusammenhang, in dem diese Meldung steht, ist der Führungswechsel. Unter Greg Abel ist der Bargeldberg erstmals seit Jahren wieder geschrumpft, um rund neun Milliarden auf 344,1 Milliarden Dollar in Zahlungsmitteln und Schatzwechseln; eine weiter gefasste Definition kommt auf etwa 365,5 Milliarden. Das operative Ergebnis lag im Quartal bei 13,0 Milliarden Dollar, die Investmentgewinne bei 12,7 Milliarden.
Parallel dazu kauft Berkshire wieder eigene Aktien zurück. Am 4. März nahm der Konzern die Rückkäufe nach fast zweijähriger Pause mit einem symbolischen Volumen von 309 A-Aktien für rund 226 Millionen Dollar wieder auf; im zweiten Quartal waren es 4,5 Milliarden, im Juli noch einmal mehr als 3,3 Milliarden Dollar. Abel selbst erwarb 21 A-Aktien für etwa 14,6 Millionen Dollar, was ungefähr dem Nettobetrag seines Jahresgehalts entspricht.
Zusammengenommen ergibt das eine kohärentere Aussage als jede einzelne Depotzeile: Der Konzern hält seinen Bestand für gut genug, um ihn nicht anzufassen, findet außerhalb genau eine Gelegenheit in der erforderlichen Größenordnung, und kauft mit dem Rest sich selbst.
Warum es in Deutschland und Österreich kein 13F gibt
Anleger im deutschsprachigen Raum, die den amerikanischen Meldezyklus verfolgen, übersehen dabei regelmäßig, dass es eine europäische Entsprechung schlicht nicht gibt – und zwar aus einem systematischen Grund. Die Vereinigten Staaten regulieren die Offenlegung über die Größe des Verwalters: Wer 100 Millionen Dollar überschreitet, legt alles offen, unabhängig davon, wie klein die einzelne Beteiligung ist. Europa reguliert über die Bedeutung der Beteiligung: Gemeldet wird erst, wenn jemand einen Anteil an den Stimmrechten überschreitet.
In Deutschland greifen die Mitteilungspflichten nach Paragraf 33 Wertpapierhandelsgesetz ab drei Prozent der Stimmrechte, danach bei 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 75 Prozent; die Meldungen laufen über die BaFin und sind binnen weniger Handelstage öffentlich. In Österreich beginnt die Schwelle nach Paragraf 130 Börsegesetz bei vier Prozent, mit weiteren Stufen bei 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 75 und 90 Prozent; die Satzung darf zusätzlich drei Prozent festlegen, die Aufsicht führt die FMA.
Der Tausch ist eindeutig: Europa meldet schneller, aber nur, wenn es um Einfluss geht. Amerika meldet vollständig, aber sechs Wochen später. Deshalb lässt sich in Deutschland und Österreich kein Fonds nachbauen, wohl aber jeder Kontrollaufbau in Echtzeit verfolgen. Wer in einer DAX- oder ATX-Gesellschaft investiert ist, erfährt binnen Tagen, wenn ein großer Vermögensverwalter eine Schwelle überschreitet – und erfährt niemals, welche 0,4-Prozent-Position derselbe Verwalter aufgebaut hat. Umgekehrt ist Berkshires D.R.-Horton-Position über 580.504 Dollar in Amerika meldepflichtig und wäre in Frankfurt oder Wien unsichtbar.
Praktisch relevant ist noch ein Steuerdetail, das gerade bei den hier genannten Werten zählt: Kursgewinne und Dividenden aus Alphabet oder Berkshire unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, in Österreich der Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent. Bei amerikanischen Dividenden kommt die Quellensteuer hinzu, die über das Doppelbesteuerungsabkommen auf 15 Prozent reduziert und angerechnet wird. Berkshire selbst zahlt bekanntlich keine Dividende, was den Fall vereinfacht – Alphabet inzwischen schon.
Was gegen diese Lesart spricht
Die Kritik am 13F lässt sich überziehen, und das geschieht regelmäßig. Drei Einwände verdienen ernsthafte Beachtung.
Erstens ist das Formular für einen Investor wie Berkshire ein deutlich besserer Indikator als für einen aktiven Hedgefonds. Wenn 72 Prozent des Depots ein ganzes Quartal lang unverändert bleiben, ist die Sechs-Wochen-Verzögerung fast bedeutungslos. Die Kritik am Meldeverzug trifft Umschlagshäufigkeiten, nicht Buy-and-Hold-Bestände.
Zweitens gibt es tatsächlich empirische Belege dafür, dass Nachbau funktionieren kann. Eine viel zitierte Arbeit von Aiken und Koautoren aus dem Jahr 2013 findet, dass Portfolios, die die Positionen konstant erfolgreicher Manager kopieren, auch nach der 45-Tage-Verzögerung noch Überrendite erzielen. Wer behauptet, 13F-Meldungen seien wertlos, argumentiert gegen die Datenlage.
Drittens war die Meldung dieses Mal transparenter als üblich, nicht undurchsichtiger: Es wurden keine Positionen vertraulich zurückgehalten, und der größte Einzelposten war durch eine Pressemitteilung vom 1. Juni bereits öffentlich bekannt. Der zusätzliche Erkenntnisgewinn des Formulars bestand hier vor allem darin, den nicht angekündigten Teil des Alphabet-Kaufs sichtbar zu machen. Das ist kein geringer Beitrag.
Der berechtigte Kern der Kritik ist enger und bleibt bestehen: Das Formular eignet sich, um zu rekonstruieren, was ein Verwalter besitzt. Es eignet sich nicht, um abzuleiten, was er denkt, und noch weniger, um zu bestimmen, was ein anderer Anleger mit anderer Kapitalausstattung tun sollte.
Vier Fragen an jede Beteiligungsmeldung
Aus diesem Quartal lässt sich eine kleine Prüfroutine ableiten, die bei jeder künftigen Meldesaison funktioniert.
Erstens: über die Kennnummer vergleichen, nie über den Namen. Bank of America und Chubb hätten in dieser Meldung vier Transaktionen über zusammen 78 Milliarden Dollar vorgetäuscht, von denen keine einzige stattgefunden hat.
Zweitens: prüfen, ob die Veränderung bereits durch ein gemeldetes Ereignis erklärt ist. Rund 60 Prozent des Alphabet-Zuwachses stammen aus einer Platzierung, die am 1. Juni bekanntgegeben wurde. Interessant ist der Rest.
Drittens: nach der Kapitalrestriktion des Melders fragen. Ein Haus mit 344 Milliarden Dollar Liquidität und ein konzentrierter Fonds mit einem Dutzend Positionen können dieselbe Aktie in entgegengesetzte Richtungen handeln, ohne unterschiedlicher Meinung zu sein.
Viertens: fragen, was in dieser Meldeklasse strukturell unsichtbar ist. Bei Berkshire sind das die japanischen Handelshäuser, die Anleihen und die nicht börsennotierten Töchter – also der größere Teil des Unternehmens.
Bleibt der Befund, mit dem die Meldesaison begann. Das meistbeachtete Portfolio-Dokument des Quartals enthielt eine einzige neue Position im Wert eines gebrauchten Mittelklassewagens und daneben, unauffällig verteilt auf zwei Zeilen, den zweitgrößten Aktienkauf, den dieser Konzern seit Jahren getätigt hat. Beides stand im selben Dokument, an derselben Stelle, für jeden lesbar. Der Unterschied lag nicht in der Verfügbarkeit der Information, sondern darin, ob jemand nachgerechnet hat.
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