Was ist die TER bei einem ETF?
Die TER (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote) ist die jährliche laufende Kostenquote eines ETFs in Prozent. Ein ETF mit 0,20 % TER kostet dich pro Jahr 0,20 % deines angelegten Vermögens — bei 10.000 € also 20 €. Sie wird direkt im Fonds verrechnet, du zahlst sie nicht separat. Hier ist, was drinsteckt und was nicht.
Was die TER bedeutet
Die TER fasst die laufenden Kosten eines ETFs zusammen: Verwaltungsgebühr, Depotbankgebühr, Lizenz- und Verwaltungskosten. Sie wird nicht abgebucht, sondern täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen — sie steckt also bereits im Kurs. Typische Welt-ETFs liegen bei 0,10 bis 0,20 %, Themen-ETFs bei 0,40 bis 0,80 %.
Was die TER NICHT enthält
- Orderkosten / Spread: die Gebühr deines Brokers beim Kauf und die Geld-Brief-Spanne an der Börse.
- Steuern: Abgeltungsteuer und Vorabpauschale sind nicht Teil der TER.
- Transaktionskosten im Fonds: interne Handelskosten werden separat ausgewiesen (oft als „Transaktionskosten“).
Wie stark frisst die TER an deiner Rendite?
Über lange Zeiträume macht ein kleiner TER-Unterschied erstaunlich viel aus — wegen des Zinseszinses. Die folgende Beispielrechnung zeigt das Endvermögen nach 30 Jahren bei 10.000 € Anlage und angenommenen 7 % Bruttorendite pro Jahr.
Endvermögen nach 30 J. (10.000 €, 7 % brutto, Beispiel)
| TER | jährl. Netto-Rendite | Endvermögen |
|---|---|---|
| 0,10 % | 6,90 % | ~73.700 € |
| 0,20 % | 6,80 % | ~71.700 € |
| 0,50 % | 6,50 % | ~66.100 € |
| 1,50 % | 5,50 % | ~49.800 € |
Eine niedrige TER ist gut, aber nicht das einzige Kriterium. Auch die Tracking-Differenz (wie genau der ETF den Index trifft), die Fondsgröße, die Handelbarkeit und die steuerliche Behandlung zählen. Ein ETF mit minimal höherer TER, der den Index aber genauer abbildet, kann unterm Strich besser sein.
Rechenbeispiel Sparplan: 0,07 % vs. 0,50 % TER
Die Tabelle oben zeigt den Effekt bei einer Einmalanlage — beim Sparplan sieht man ihn noch greifbarer. Angenommen, du besparst 30 Jahre lang einen Welt-ETF mit 200 € im Monat bei 6,5 % Bruttorendite pro Jahr. Einmal mit einem sehr günstigen ETF (0,07 % TER), einmal mit einem teureren Produkt (0,50 % TER):
200 €/Monat über 30 Jahre, 6,5 % brutto (Beispiel)
| TER | Eingezahlt | Endvermögen |
|---|---|---|
| 0,07 % | 72.000 € | ~218.300 € |
| 0,50 % | 72.000 € | ~200.900 € |
Der Unterschied von 0,43 Prozentpunkten kostet in diesem Beispiel rund 17.400 € — fast ein Viertel der gesamten Einzahlungen, nur für die laufenden Kosten. Und das, obwohl beide ETFs denselben Index abbilden könnten. Bei Kosten gilt anders als bei der Rendite: Sie sind sicher und wirken jedes Jahr, egal ob die Börse steigt oder fällt.
Schritt für Schritt: So prüfst du die echten Kosten vor dem Kauf
- 1. TER im Factsheet nachschlagen: steht in jedem Factsheet und Basisinformationsblatt (KID) unter „laufende Kosten“.
- 2. Tracking-Differenz vergleichen: Berechne über mehrere Jahre die Differenz zwischen Indexrendite und Fondsrendite (beides im Factsheet). Sie zeigt die tatsächlichen Kosten — manche ETFs schlagen dank Wertpapierleihe sogar ihre TER.
- 3. Mehrere ETFs auf denselben Index ansehen: Auf MSCI World oder FTSE All-World gibt es jeweils ein Dutzend Produkte; die Spanne reicht oft von 0,07 % bis 0,50 % TER für praktisch denselben Inhalt.
- 4. Sparplan- und Orderkosten des Brokers prüfen: Ein kostenloser Sparplan spart bei 200 € Monatsrate und 1,5 % Gebühr immerhin 36 € pro Jahr — zusätzlich zur TER.
Ob dein Welt-ETF 0,12 % oder 0,20 % kostet, entscheidet nicht über deinen Anlageerfolg — ob du überhaupt investiert bist, schon. Kritisch wird es erst oberhalb von etwa 0,5 % TER oder bei teuren Nischenprodukten. Günstig und breit gestreut schlägt perfekt optimiert und nie gekauft.
FAQ — TER bei ETFs
Was ist die TER bei einem ETF?
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs in Prozent. Sie umfasst die laufenden Kosten wie Verwaltungs- und Depotbankgebühren. Bei 0,20 % TER zahlst du pro Jahr 0,20 % deines angelegten Werts — bei 10.000 € also 20 €. Der Betrag wird automatisch im Fonds verrechnet.
Wird die TER zusätzlich abgebucht?
Nein. Die TER wird nicht von deinem Konto abgebucht, sondern täglich anteilig direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Sie ist also bereits im Kurs des ETFs berücksichtigt. Du zahlst sie indirekt über eine minimal niedrigere Wertentwicklung.
Was ist eine gute TER für einen ETF?
Für breite Welt-ETFs gelten 0,10 bis 0,20 % als günstig. Themen- und Nischen-ETFs liegen oft bei 0,40 bis 0,80 %. Zum Vergleich: aktiv gemanagte Fonds verlangen häufig 1,5 bis 2,0 %. Über lange Zeiträume macht schon ein kleiner Unterschied wegen des Zinseszinses viel aus.
Was ist der Unterschied zwischen TER und tatsächlichen Kosten?
Die TER deckt die laufenden Fondskosten ab, aber nicht alles: Orderkosten und Spread beim Kauf, interne Transaktionskosten des Fonds und Steuern kommen hinzu. Die Tracking-Differenz zeigt am Ende, wie viel Rendite gegenüber dem Index tatsächlich verloren ging — oft aussagekräftiger als die TER allein.
Kann sich die TER eines ETF nachträglich ändern?
Ja. Anbieter dürfen die Gesamtkostenquote anpassen — in den letzten Jahren wurden viele große ETFs im Wettbewerb sogar günstiger. Eine Erhöhung muss angekündigt werden und findet sich im aktualisierten Basisinformationsblatt. Es lohnt sich, etwa einmal im Jahr kurz zu prüfen, ob dein ETF noch zu den günstigen Produkten auf seinen Index gehört. Ein Wechsel lohnt wegen der Steuer auf aufgelaufene Gewinne aber nur selten — meist reicht es, den Sparplan auf das günstigere Produkt umzustellen.
Ist ein ETF mit höherer TER automatisch der schlechtere?
Nein. Entscheidend ist die Tracking-Differenz, also wie nah der ETF tatsächlich an seinem Index bleibt. Erträge aus Wertpapierleihe oder eine effizientere Abbildung können eine höhere TER teilweise oder ganz ausgleichen. Ein ETF mit 0,20 % TER und sehr guter Indexabbildung kann dich unterm Strich weniger kosten als ein 0,12-%-Produkt, das jedes Jahr deutlich hinter dem Index zurückbleibt. Vergleiche deshalb immer die tatsächliche Wertentwicklung über mehrere Jahre.
