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Reshoring und Onshoring

Die Rückverlagerung der Produktion in die USA und nach Europa treibt die Nachfrage nach Fabrikautomation und Industrieausrüstung.

Lieferketten-Risiken, Zölle und staatliche Anreize wie IRA und CHIPS Act bewegen Unternehmen dazu, Fabriken in die USA und nach Europa zurückzuholen. Seit 2022 wurden in den USA rund 1,85 Billionen Dollar über IRA, CHIPS und das Infrastrukturgesetz mobilisiert, allein rund 450 Milliarden an privaten Investitionen in die Halbleiterfertigung. Weil heimische Arbeit teuer ist, werden diese neuen Werke stark automatisiert, was Anbietern von Automation, Elektroausrüstung und Industrieinfrastruktur einen mehrjährigen Rückenwind verschafft.

Mechanik

Wer eine Fabrik in einem Hochlohnland baut, kompensiert höhere Personalkosten durch Automation, Robotik und Sensorik. Dadurch fließt ein Großteil der Reshoring-Investitionen nicht in Arbeitsplätze, sondern in Ausrüstung: Scanner, Bildverarbeitung, RFID, Fördertechnik, Pumpen und elektrische Komponenten. Anbieter dieser Ausrüstung verdienen also unabhängig davon, welche einzelne Marke am Ende in den USA produziert.

Katalysatoren

Anhaltende Zölle auf Stahl, Aluminium, Halbleiter und weitere Importe machen Auslandsproduktion teurer und beschleunigen die Rückverlagerung. Der Bauboom bei Halbleiterwerken mit rund 450 Milliarden Dollar an zugesagten Privatinvestitionen treibt direkte Ausrüstungsbestellungen. Studien zeigen Reshoring-Ankündigungen rund 53 Prozent über dem Vorniveau, was künftige Auftragseingänge stützen kann.

Risiken

Trotz vieler Ankündigungen ist die Beschäftigung in der US-Industrie seit Einführung der breiten Zölle leicht gesunken, was darauf hindeutet, dass Reshoring langsamer verläuft als die Schlagzeilen suggerieren. Hohe Zinsen, Genehmigungsstaus und Fachkräftemangel können Projekte verzögern. Eine Änderung der Handels- oder Förderpolitik könnte zudem die staatlichen Anreize schwächen.

Zeithorizont

Es handelt sich um ein mehrjähriges Thema: Fabrik- und Halbleiterprojekte aus den Förderprogrammen 2022 bis 2025 gehen über den Rest des Jahrzehnts in Bau und Ausrüstung. Kurzfristig schwanken Auftragseingänge mit Zinsen und Konjunktur, doch die strukturelle Verlagerung dürfte bis weit in die 2030er Jahre andauern.

Zebra Technologies Corporation ZBRA Profiteur Überzeugung: mittel
Zebra Technologies liefert Scanner, RFID und Bildverarbeitung für Lager- und Fabrikautomation und nennt industrielles Reshoring ausdrücklich als Wachstumstreiber. Maschinenvision und Scanning wuchsen zuletzt zweistellig, und Zukäufe im Bereich Physical AI stärken das Automationsangebot. Innerhalb dieses Korbs erscheint die Aktie am günstigsten bewertet.
Dover Corporation DOV Profiteur Überzeugung: mittel
Dover ist ein diversifizierter Industriekonzern mit Komponenten und Automationslösungen, die in neue Fabriken einfließen. Die breite Aufstellung über mehrere Endmärkte macht das Unternehmen weniger abhängig von einem einzelnen Reshoring-Segment. Das stützt einen stetigen, wenn auch zyklischen Auftragsstrom.
Graco Inc. GGG Profiteur Überzeugung: mittel
Graco stellt Ausrüstung zur Förderung von Flüssigkeiten her, etwa Pumpen und Spritzsysteme, die in nahezu jeder Fertigungslinie gebraucht werden. Neue heimische Werke benötigen solche Ausrüstung für Beschichtung, Klebstoffe und Schmierung. Damit ist Graco ein breit aufgestellter Profiteur des Fabrik-Ausrüstungszyklus.
Aktualisiert: 2026-06-14
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