Wie sicher ist mein Sparkonto? Einlagensicherung 2026
Die kurze Antwort: Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten sind in der gesamten EU gesetzlich bis 100.000 € pro Bank und Person geschützt — bei einer Pleite wird innerhalb von 7 Werktagen entschädigt. Nach der EZB-Zinserhöhung jagen viele Sparer die besten Zinsen bei Neobanken und ausländischen Partnerbanken. Genau dann lohnt der Blick: Wer schützt mein Geld eigentlich?
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Die Einlagensicherung beruht auf der EU-Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD) und gilt einheitlich in allen Ländern der EU und des EWR. Sie greift, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird — geschützt ist dein Bankguthaben, nicht etwa dein Wertpapierdepot.
Was die Einlagensicherung abdeckt — und was nicht
Geschützt sind Bankeinlagen: Guthaben auf dem Girokonto, Tagesgeld, Festgeld und die meisten Kontostände in Euro. Die Grenze von 100.000 € gilt pro Person und pro Bank (genauer: pro Banklizenz). Bei einem Gemeinschaftskonto gilt das Limit für jeden Inhaber getrennt — ein Paar ist auf einem gemeinsamen Konto also bis zu 200.000 € abgesichert.
- Abgedeckt: Girokonto, Tagesgeld, Festgeld, Sparkonten — laufende Guthaben in Euro.
- Nicht abgedeckt: Aktien, ETFs, Fonds. Diese sind aber kein Verlust — sie sind Sondervermögen bzw. werden getrennt für dich verwahrt und bei einer Bankpleite an dich herausgegeben.
- Vorübergehend höhere Beträge (z. B. kurz nach einem Hausverkauf) sind in manchen Ländern für rund sechs Monate über die 100.000 € hinaus geschützt — die Details regelt jedes Land selbst.
Sicherungssysteme der wichtigsten EU-Länder
Jedes EU-Land betreibt ein eigenes gesetzliches Sicherungssystem mit demselben Mindestschutz von 100.000 €. Entscheidend ist, in welchem Land die Bank ihre Lizenz hat — denn dieses System haftet.
Gesetzliche Einlagensicherung im Vergleich (Stand Juni 2026)
| Land | Sicherungssystem | Gesetzliches Limit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 🇩🇪 Deutschland | EdB (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) | 100.000 € | Zusätzlich freiwilliger Einlagensicherungsfonds (BdB) — privat, kein Staatsgarant |
| 🇪🇸 Spanien | FGD (Fondo de Garantía de Depósitos) | 100.000 € | Auszahlung in Euro |
| 🇮🇹 Italien | FITD (Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi) | 100.000 € | FGDCC für Genossenschaftsbanken |
| 🌍 übrige EU/EWR | jeweils nationales System (z. B. FR, AT, Baltikum) | 100.000 € | Schutz durch das Heimatland der Bank |
Zinsportale und ausländische Banken: das Heimatland-Prinzip
Hier liegt der entscheidende Punkt für die Zins-Jagd 2026: Legst du Geld über ein Zinsportal wie Raisin/WeltSparen oder über eine Neobank an, die zu einer Partnerbank im Ausland weiterleitet, dann schützt dich nicht das deutsche, sondern das Sicherungssystem des Heimatlands dieser Bank. Eine Einlage bei einer französischen, italienischen oder baltischen Partnerbank ist also durch das jeweilige nationale System abgesichert — in Euro, bis 100.000 €.
Praktisch heißt das: Prüfe vor jedem Top-Zins, welches Land und welches System hinter dem Angebot stehen. Innerhalb der EU ist der Mindestschutz überall gleich; bei sehr hohen Zinsen unbekannter Anbieter solltest du dir trotzdem ansehen, wie solide das jeweilige nationale System aufgestellt ist.
Mehr als 100.000 €? So vervielfachst du den Schutz
Die 100.000 € gelten pro Banklizenz. Wer mehr absichern will, verteilt das Geld auf mehrere Banken mit unterschiedlichen Lizenzen — jede Bank bringt eigene 100.000 € Schutz. Achtung: Mehrere Marken desselben Instituts teilen sich oft dieselbe Lizenz und damit dasselbe Limit. In Deutschland greift bei vielen privaten Banken zusätzlich der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands (BdB), der weit über 100.000 € hinaus absichert — das ist allerdings ein privatwirtschaftlicher Zusatzschutz, keine Staatsgarantie.
Wer dem höchsten Zins bei einer unbekannten ausländischen Bank hinterherläuft, verlässt sich im Ernstfall auf das Sicherungssystem dieses Landes — nicht auf das deutsche. Der gesetzliche Schutz von 100.000 € gilt EU-weit, aber prüfe vorher, welches System haftet. Und denk daran: Aktien, ETFs und Fonds sind keine Einlagen und fallen NICHT unter die Einlagensicherung — sie werden als getrenntes Vermögen verwahrt.
FAQ — Einlagensicherung 2026
Wie hoch ist die Einlagensicherung in der EU?
Bankeinlagen sind in der gesamten EU und im EWR gesetzlich bis 100.000 € pro Person und pro Bank geschützt. Bei einem Gemeinschaftskonto gilt das Limit für jeden Inhaber getrennt, ein Paar ist also bis zu 200.000 € abgesichert. Im Entschädigungsfall wird innerhalb von 7 Werktagen ausgezahlt.
Sind ETFs und Aktien von der Einlagensicherung abgedeckt?
Nein. Die Einlagensicherung schützt nur Bankeinlagen wie Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Aktien, ETFs und Fonds sind keine Einlagen — sie werden als getrenntes Vermögen für dich verwahrt und bei einer Bankpleite an dich herausgegeben. Sie sind daher anders, aber ebenfalls geschützt.
Ist mein Geld bei einer ausländischen Bank über ein Zinsportal sicher?
Ja, im Rahmen des Heimatland-Prinzips. Legst du über ein Portal wie Raisin/WeltSparen oder eine Neobank Geld bei einer Partnerbank im EU-Ausland an, schützt dich das gesetzliche Sicherungssystem des Landes, in dem diese Bank ihre Lizenz hat — bis 100.000 € in Euro. Prüfe vor dem Abschluss, welches Land und welches System hinter dem Angebot stehen.
Wie sichere ich mehr als 100.000 € ab?
Die 100.000 € gelten pro Banklizenz. Verteile Beträge über diesem Limit auf mehrere Banken mit unterschiedlichen Lizenzen, dann gilt der Schutz mehrfach. In Deutschland sichert der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands bei vielen privaten Banken zusätzlich weit über 100.000 € ab — das ist jedoch ein privatwirtschaftlicher Zusatzschutz und keine Staatsgarantie.
