Notgroschen: Wie viel brauchst du?
Als Notgroschen gelten 3 bis 6 Netto-Monatsausgaben — nicht Einnahmen, sondern deine tatsächlichen monatlichen Lebenshaltungskosten. Etwa 3 Monate reichen für eine sichere Festanstellung oder einen Doppelverdiener-Haushalt; 6 Monate oder mehr sind sinnvoll für Selbstständige, Freiberufler, Alleinverdiener und alle mit schwankendem Einkommen. Das Geld gehört liquid und sicher auf ein Tagesgeldkonto, nicht in Aktien oder ETFs. Wir erklären, wie viel genau, wo du es parkst und wie du den Notgroschen Schritt für Schritt aufbaust.
Wie viel Notgroschen braucht man?
Die Faustregel lautet: 3 bis 6 Netto-Monatsausgaben. Entscheidend sind dabei deine Ausgaben, nicht dein Einkommen — also alles, was du Monat für Monat tatsächlich zum Leben brauchst: Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität. Wer monatlich 2.000 € ausgibt, braucht somit einen Notgroschen von rund 6.000 € (3 Monate) bis 12.000 € (6 Monate).
Der Notgroschen ist eine liquide Bargeldreserve für Unvorhergesehenes — Jobverlust, eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur, eine Zahnarztrechnung. Sein Zweck: Du musst in keinem Moment deine Geldanlage mit Verlust verkaufen oder teure Schulden aufnehmen, nur weil das Leben dazwischenfunkt.
3 oder 6 Monate? Das hängt von deiner Situation ab
Wie hoch dein Notgroschen sein sollte, richtet sich nach der Stabilität deines Einkommens und deinem Sicherheitsbedürfnis. Je unsicherer das Einkommen, desto größer der Puffer:
Empfohlener Notgroschen nach Lebenssituation
| Situation | Empfohlene Reserve |
|---|---|
| Sichere Festanstellung | ~3 Monatsausgaben |
| Doppelverdiener-Haushalt | ~3 Monatsausgaben |
| Single / nur ein Einkommen | ~6 Monatsausgaben |
| Alleinverdiener mit Familie | ~6 Monatsausgaben |
| Selbstständig / Freiberufler | 6 Monate oder mehr |
| Schwankendes Einkommen | 6 Monate oder mehr |
Wohin mit dem Notgroschen?
Der Notgroschen muss zwei Bedingungen erfüllen: sicher und jederzeit verfügbar. Die ideale Lösung ist ein Tagesgeldkonto — täglich verfügbar, durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt und es zahlt sogar noch etwas Zinsen. Ein Sparbuch oder ein zweites Girokonto erfüllen denselben Zweck, bringen aber meist weniger Zinsen.
Was du nicht tun solltest: den Notgroschen in Aktien, ETFs oder Krypto stecken. Diese können genau dann 30–50 % im Minus stehen, wenn du das Geld dringend brauchst — und dann müsstest du mit Verlust verkaufen. Der Notgroschen ist deine Versicherung, kein Renditebaustein.
Der größte Fehler ist, die Notreserve in Aktien oder ETFs zu investieren, um ein paar Prozent mehr Rendite zu holen. Börsen können jederzeit stark fallen — und Notfälle treten oft gerade dann ein, wenn auch die Kurse im Keller sind (Beispiel: Jobverlust in einer Rezession). Wer dann verkaufen muss, realisiert genau im falschen Moment einen Verlust. Der Notgroschen gehört ausschließlich auf ein sicheres, sofort verfügbares Konto wie das Tagesgeld. Renditechancen suchst du mit dem Geld, das du langfristig NICHT brauchst.
Erst Notgroschen, dann investieren
Der Notgroschen kommt vor dem ersten Investment. Er ist das Fundament, das dir erlaubt, ruhig zu investieren und in einem Crash investiert zu bleiben, statt panisch zu verkaufen. Wer keinen Puffer hat, muss beim ersten Notfall an sein Depot — und das endet fast immer teuer.
So baust du ihn auf: Richte einen automatischen Dauerauftrag auf dein Tagesgeldkonto ein und spare jeden Monat einen festen Betrag, bis du dein Ziel erreichst. Nach jedem Notfall, bei dem du den Notgroschen anzapfst, füllst du ihn wieder auf, bevor du weiter investierst.
Steuerhinweis: Die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto sind steuerpflichtig (Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Soli). Über deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr bleiben Kapitalerträge aber steuerfrei — bei den meisten Notgroschen-Summen fällt damit faktisch keine oder kaum Steuer an. Stell deiner Bank am besten einen Freistellungsauftrag.
FAQ — Notgroschen wie viel 2026
Wie viel Notgroschen braucht man?
Als Faustregel gelten 3 bis 6 Netto-Monatsausgaben — also deine tatsächlichen monatlichen Lebenshaltungskosten, nicht dein Einkommen. Etwa 3 Monate reichen bei einer sicheren Festanstellung oder in einem Doppelverdiener-Haushalt; 6 Monate oder mehr sind für Selbstständige, Freiberufler, Alleinverdiener und alle mit schwankendem Einkommen sinnvoll. Wer 2.000 € im Monat ausgibt, braucht somit rund 6.000 bis 12.000 € Reserve.
Wo sollte man den Notgroschen aufbewahren?
Der Notgroschen gehört auf ein sicheres und jederzeit verfügbares Konto — ideal ist ein Tagesgeldkonto, das täglich abrufbar ist, durch die Einlagensicherung geschützt ist und etwas Zinsen zahlt. Nicht geeignet sind Aktien, ETFs oder Krypto, weil diese genau dann 30–50 % im Minus stehen können, wenn du das Geld brauchst, und du dann mit Verlust verkaufen müsstest.
Erst Notgroschen aufbauen oder direkt investieren?
Der Notgroschen kommt zuerst — vor dem ersten Investment. Er ist das Fundament, das dir erlaubt, ruhig zu investieren und in einem Börsencrash investiert zu bleiben, statt notgedrungen Anteile zu verkaufen. Ohne Puffer musst du beim ersten unerwarteten Ausgabenposten an dein Depot, was fast immer teuer endet.
Wie baut man einen Notgroschen auf?
Lege ein Tagesgeldkonto an und richte einen automatischen monatlichen Dauerauftrag ein, der jeden Monat einen festen Betrag dorthin überweist, bis du 3 bis 6 Monatsausgaben erreicht hast. Wenn du die Reserve im Notfall anzapfst, füllst du sie anschließend wieder auf, bevor du weiter investierst. Automatisieren ist der Schlüssel — so baut sich der Notgroschen von selbst auf.
