Wie viel monatlich in ETFs investieren? (2026) — Faustregel

FINANZ-RATGEBER 2026

Wie viel sollte ich monatlich investieren?

Die gängige Faustregel: rund 10 bis 15 % deines Nettoeinkommens. Wichtiger als die genaue Höhe ist, überhaupt regelmäßig anzufangen — schon 25 bis 50 € im Monat lohnen sich dank Zinseszins. Erst der Notgroschen, dann der Sparplan. Hier ist die Orientierung nach Einkommen.

Stand: Juni 2026 · Orientierungswerte, keine individuelle Beratung

Die Faustregel: 10 bis 15 % vom Netto

Als grobe Orientierung gilt: Lege etwa 10 bis 15 % deines monatlichen Nettoeinkommens langfristig an. Wer mehr kann, profitiert stärker; wer weniger kann, fängt trotzdem an. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit und der lange Atem — nicht der perfekte Betrag. Ein ETF-Sparplan lässt sich jederzeit anpassen, pausieren oder erhöhen.

Faustregel
10–15 %
des Nettoeinkommens
Sinnvoller Start
ab 25 €
pro Monat möglich
Wichtiger als Höhe
Regelmäßigkeit
dranbleiben zählt
Reihenfolge
Notgroschen zuerst
dann Sparplan

Orientierung nach Nettoeinkommen

Beispiel-Sparrate (10–15 % vom Netto)

Netto/Monat 10 % 15 %
1.500 € 150 € 225 €
2.500 € 250 € 375 €
3.500 € 350 € 525 €
5.000 € 500 € 750 €

Die richtige Reihenfolge

  • 1. Notgroschen: 3–6 Monatsausgaben auf dem Tagesgeld, bevor du in ETFs investierst.
  • 2. Teure Schulden tilgen: Dispo- oder Konsumkredite kosten mehr Zinsen, als ein ETF im Schnitt bringt.
  • 3. Sparplan starten: den frei verfügbaren Betrag automatisiert in einen breiten Welt-ETF.
  • 4. Erhöhen mit dem Einkommen: bei jeder Gehaltserhöhung die Sparrate mit anheben.
Nur Geld investieren, das du lange nicht brauchst

Aktien-ETFs schwanken. Investiere nur Geld, das du über mindestens 10 bis 15 Jahre nicht benötigst, damit du Crashs aussitzen kannst. Wer kurzfristig Geld braucht, lässt es auf dem Tagesgeld oder in einem Geldmarkt-ETF — nicht im Aktien-Sparplan.

Vom Ziel her rechnen: Sparrate für 100.000 €

Statt nur prozentual vom Einkommen zu denken, kannst du auch rückwärts rechnen: Welche Sparrate brauche ich für ein konkretes Ziel? Die folgende Tabelle zeigt, welche Monatsrate bei angenommenen 6 % Rendite pro Jahr nötig ist, um auf 100.000 € zu kommen:

Benötigte Sparrate für 100.000 € (6 % p.a., Beispiel)

Anlagedauer Nötige Monatsrate Davon selbst eingezahlt
10 Jahre ~610 € 73.200 €
15 Jahre ~344 € 61.900 €
20 Jahre ~216 € 51.800 €
25 Jahre ~144 € 43.200 €

Die Tabelle zeigt zwei Dinge. Erstens: Zeit ersetzt Sparrate. Wer 25 Jahre Zeit hat, braucht für dasselbe Ziel weniger als ein Viertel der Monatsrate von jemandem mit 10 Jahren — und zahlt 30.000 € weniger aus eigener Tasche ein, weil der Zinseszins den Rest übernimmt. Zweitens: Auch „kleine“ Raten führen zu großen Summen, wenn der Anlagehorizont lang genug ist.

Für die Praxis heißt das: Wenn deine 10 bis 15 % vom Netto aktuell nur 100 € hergeben, ist das kein Grund zu warten, bis „mehr drin ist“. Ein früher Start mit kleiner Rate schlägt den späten Start mit großer Rate erstaunlich oft — und die Rate lässt sich mit jeder Gehaltserhöhung anheben.

Halte deine Rate im Crash durch

Die Beispielrechnung geht von durchgehendem Besparen aus. Der häufigste Praxisfehler ist, den Sparplan ausgerechnet im Crash zu pausieren — also genau dann, wenn du die meisten Anteile fürs Geld bekommst. Wähle die Rate lieber so, dass du sie auch in schlechten Börsenjahren bequem durchhalten kannst, statt am Limit zu sparen.

FAQ — Wie viel monatlich investieren

Wie viel sollte ich monatlich in ETFs investieren?

Als Faustregel gelten 10 bis 15 % deines Nettoeinkommens. Bei 2.500 € netto wären das 250 bis 375 € im Monat. Wichtiger als der exakte Betrag ist, regelmäßig und langfristig anzulegen — schon 25 bis 50 € pro Monat sind dank Zinseszins ein sinnvoller Start.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan mit 50 € im Monat?

Ja. Auch kleine Beträge wachsen über lange Zeiträume erheblich. 50 € im Monat über 30 Jahre bei angenommenen 7 % ergeben rund 61.000 € — bei 18.000 € Einzahlung. Der Zinseszins macht den Unterschied. Du kannst die Rate später jederzeit erhöhen.

Was sollte ich vor dem Investieren erledigen?

Zuerst einen Notgroschen von 3 bis 6 Monatsausgaben auf dem Tagesgeld aufbauen und teure Schulden wie den Dispo tilgen. Erst danach beginnst du mit dem ETF-Sparplan. So musst du im Notfall keine Anteile in einem ungünstigen Moment verkaufen.

Soll ich lieber einmalig oder monatlich investieren?

Beides ist möglich. Ein monatlicher Sparplan (Cost-Average) ist ideal, wenn du aus dem laufenden Einkommen sparst und emotional gleichmäßig investieren willst. Wer eine größere Summe bereit hat, fährt statistisch oft mit einer Einmalanlage etwas besser — psychologisch ist das gestaffelte Investieren aber leichter durchzuhalten.

Soll ich die Sparrate bei jeder Gehaltserhöhung anheben?

Ja, das ist einer der wirksamsten Tricks überhaupt: Erhöhst du die Rate immer dann, wenn das Gehalt steigt, spürst du den Verzicht kaum — das Geld war vorher nie auf dem Konto verfügbar. Praktisch bewährt: etwa die Hälfte jeder Nettoerhöhung in den Sparplan stecken. Viele Broker bieten zudem eine automatische Sparplan-Dynamik von z. B. 2 bis 5 % pro Jahr, die das Anheben ganz ohne eigenes Zutun erledigt.

Wie investiere ich bei unregelmäßigem Einkommen, etwa als Selbstständiger?

Setze die feste Sparrate bewusst niedrig an — so, dass du sie auch in schwachen Monaten sicher bedienen kannst, etwa 5 % eines typischen Monatsumsatzes. In guten Monaten legst du zusätzlich per Einmalkauf nach. Wichtig ist bei schwankendem Einkommen außerdem ein größerer Notgroschen von eher 6 bis 12 Monatsausgaben, damit du in Auftragsflauten nie an dein Depot musst.

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Hinweis: Journalistische Einordnung und allgemeine Bildung, keine Anlage- oder Steuerberatung. Beispielrechnungen sind vereinfachte Illustrationen mit angenommenen Renditen; tatsächliche Ergebnisse schwanken und können niedriger ausfallen. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

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