Was passiert mit meinen Tech-Aktien im Selloff?
Nach der Frühjahrs-Korrektur kletterten die Indizes bis Anfang Juni auf Rekorde (S&P 500 erstmals über 7.600) — dann kippte die Stimmung: Der Jobs-Schock vom 6. Juni löste den schwersten Chip-Ausverkauf seit 2020 aus, und der heißeste US-Inflationswert seit drei Jahren beerdigte die Zinssenkungshoffnungen. Hier ist die Analyse — was ist Routine-Korrektur, was ist Strukturbruch, und welche Schritte sind jetzt sinnvoll.
Die wichtigsten Fakten
- 6. Juni: Der US-Arbeitsmarktbericht (172.000 neue Stellen statt erwarteter 80.000) kippte die Zinssenkungshoffnungen — „good news is bad news“: S&P 500 −2,64 %, Nasdaq −4,18 % an einem Tag.
- Der Chip-Sektor verlor dabei rund 1,3 Billionen $ Börsenwert — der schwärzeste Tag für den SOX-Halbleiterindex seit März 2020.
- 11. Juni: US-Inflation bei 4,2 % (heißester Wert seit drei Jahren) — der Dow verlor 953 Punkte, die 10-jährige US-Rendite notiert um 4,5 %. Hohe Zinsen treffen hochbewertete Tech-Aktien am stärksten.
- Selbst starke Zahlen werden bestraft: Oracle fiel am 12. Juni trotz Rekord-Auftragsbestand (RPO 638 Mrd. $) um 8,5 % — die Erwartungen an KI-Werte sind extrem hoch gepreist.
- Gleichzeitig enorme Divergenz: Intel liegt dank Foundry-Aufträgen (Google, Nvidia-Evaluierung) +176 % seit Jahresbeginn — der KI-Infrastruktur-Trend ist intakt, aber selektiver geworden.
- Bei Korrekturen >15 % im Nasdaq folgt historisch eine Rallye in 6–9 Monaten in 75 % der Fälle.
Mögliche Profiteure
Defensive Aktien, die in Tech-Korrekturen relativ stabil bleiben:
Aktien unter Druck
Tech-Aktien mit größtem Drawdown — Chance oder Falling-Knife?
Was du jetzt tun solltest
Sparplan WEITER laufen lassen
Wer einen MSCI World, Nasdaq-100 oder S&P 500 Sparplan hat: einfach weiterlaufen lassen. Cost-Average-Effekt funktioniert genau in solchen Phasen. Wer jetzt pausiert, verliert den größten Vorteil von Sparplänen.
Bewertungen prüfen, nicht Kurse
Nvidia bei KGV 28 ist deutlich attraktiver als bei KGV 65 vor 3 Monaten. Schau auf Forward-PE und KGV/Wachstum (PEG-Ratio), nicht nur auf den absoluten Kurs. Eine Aktie kann -30 % gefallen sein und immer noch teuer sein.
Kein All-In, sondern Tranchen
Wenn Nvidia/Tesla auf der Kaufliste stehen: 3–5 Tranchen über 6–10 Wochen. Niemand fängt das absolute Tief. Trade Republic, Scalable und Flatex erlauben Käufe ab 1 € — perfekt für Tranchen-Strategie.
Verlust-Aktien steuerlich nutzen
In Österreich kannst du realisierte Verluste mit Gewinnen aus Aktien gegenrechnen (KESt-Verrechnung). Wenn du eine kleine Verlust-Position aus Überzeugung verkaufen willst, mach es vor Jahresende — der Verlust senkt deine Steuer.
Empfohlene Broker — günstig kaufen, ohne Ordergebühren
Wenn du die Empfehlungen umsetzen willst, brauchst du einen Broker mit niedrigen Gebühren, Bruchstücken und kostenlosen Sparplänen. Diese drei sind unsere Top-Picks:
- 1€ pro Trade
- Kostenlose Sparpläne
- 3.25% Zinsen auf Cash
- Einfache App
- Flatrate-Modell für Vieltrader
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- Hohe Zinsen auf Cash
FAQ — Häufige Fragen in dieser Krise
Sollte ich Nvidia jetzt nachkaufen?
Bei -25 % vom Hoch und Forward-PE ~28: Wenn du Nvidia langfristig haltest und im Portfolio untergewichtet bist (<5 %), gestaffelt nachkaufen ist sinnvoll. Bei Vollposition: nichts machen. Achtung: AI-Capex könnte sich weiter verlangsamen — keine All-In-Position.
Soll ich meinen MSCI World ETF jetzt verkaufen?
Nein, niemals in einer Korrektur. Der MSCI World ist breit diversifiziert (1.500 Aktien) und hat in den letzten 50 Jahren JEDE Korrektur innerhalb von 12–24 Monaten aufgeholt. Verkaufen ist die häufigste Anfänger-Falle.
Was ist der Unterschied zwischen Korrektur und Crash?
Korrektur: -10 bis -20 % von Hoch, Dauer 1–6 Monate, normale Marktbewegung. Crash: -20 % oder mehr, oft kombiniert mit fundamentalem Bruch (z.B. Banken-Krise, Pandemie). Aktuell: klare Korrektur, kein Crash. Selbst bei -20 % Nasdaq sind die Fundamentaldaten der Top-10 stabil.
Sind Tech-ETFs jetzt eine gute Idee?
Sparplan auf einen Nasdaq-100 ETF (z.B. iShares Nasdaq-100 UCITS, ISIN IE00B53SZB19) ist in jeder Korrektur sinnvoll — du kaufst günstiger ein. Einmalanlage: lieber gestaffelt über 3–6 Monate.
Welche defensiven Aktien sind sinnvoll?
Klassische Defensive: Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Coca-Cola, Nestlé, Walmart. Alle mit Dividenden 2–4 %, niedriger Beta (<1) und stabilen Geschäftsmodellen. Als 20–30 % Beimischung im Portfolio sinnvoll, um Tech-Volatilität zu dämpfen.
