Was passiert mit meinen Aktien in der Iran-Krise?
Seit Ende Februar blockiert der Iran die Straße von Hormus — doch im Juni hat sich das Bild gedreht: Trotz US-Vergeltungsschlägen nach dem Abschuss eines Apache-Hubschraubers fiel der Ölpreis zeitweise um fast 4 %, weil die Märkte auf einen Deal mit Teheran setzen. Gleichzeitig ist die Inflation zur zweiten Front geworden. Hier ist der aktuelle Stand — und welche Schritte du jetzt machen kannst.
Die wichtigsten Fakten
- Die Straße von Hormus ist seit Ende Februar 2026 blockiert — der Ölpreis trägt seither eine Risikoprämie. Am 10. Juni fiel WTI aber um 3,9 % auf 87,74 $, Brent um 3 % auf 91,40 $: Die Märkte handeln die Hoffnung auf einen Deal, nicht die Eskalation.
- 8. Juni: Iran schießt einen US-Apache-Hubschrauber über der Straße von Hormus ab (Piloten unverletzt). In der Nacht zum 10. Juni antworten die USA mit kalibrierten Schlägen auf Luftabwehr und Radare — bewusst ohne Öl-Infrastruktur zu treffen.
- Trump versprach einen Deal mit Teheran in „zwei oder drei Tagen“ — dämpfte die Hoffnung auf einen schnellen Abschluss am 11. Juni aber selbst wieder. Die Märkte pendeln zwischen Eskalations- und Friedens-Szenario.
- Die zweite Front ist die Inflation: US-CPI im Mai 4,2 % (heißester Wert seit drei Jahren, Dow −953 Punkte), die EZB erhöhte am 11. Juni erstmals seit 2023 die Zinsen (Einlagensatz 2,25 %). Zinssenkungshoffnungen sind vom Tisch.
- Verteidigungsaktien (Rheinmetall, RTX, Lockheed Martin) bleiben durch höhere Rüstungsbudgets gut unterstützt; Airlines und Reisewerte leiden weiter unter Kerosinkosten und Umwegen.
- Historisch: Geopolitische Krisen führen zu kurzfristigen Selloffs (5–10 %), die innerhalb von 3–6 Monaten meist wieder aufgeholt werden.
Mögliche Profiteure
Aktien, die historisch in Geopolitik-Krisen profitieren — Energie, Verteidigung, Edelmetalle:
Aktien unter Druck
Aktien unter besonderem Druck — Airlines, Tourismus, Konsumgüter:
Was du jetzt tun solltest
Nicht panisch verkaufen
Geopolitische Krisen sind Routine — der Markt überreagiert in den ersten 48–72 h fast immer. Wer panisch verkauft, realisiert den Verlust und verpasst die Erholung. Verkaufe nur, wenn deine Investment-These wirklich gebrochen ist (z.B. ein Airline-Investment, das dauerhaft seine Margen verliert).
Cash-Quote prüfen, nicht erhöhen
Wenn du noch nicht 5–15 % Cash hältst, baue diese auf — aber nicht durch Notverkäufe. Nutze stattdessen reguläre Sparraten oder neue Dividenden, um die Quote zu erhöhen. Cash gibt dir Optionen für die nächste Korrektur.
Sektor-Rebalancing in Tranchen
Wenn du Energie/Verteidigung untergewichtet hast, kaufe in 3–4 Tranchen über 4–6 Wochen. Niemals alles auf einmal in einer Krise — das Timing wird fast immer falsch. Sparpläne (z.B. 1 € pro Monat Trade Republic) sind perfekt dafür.
Defensive ETFs als Anker
Wenn dir Einzelaktien zu riskant sind: MSCI World Energy ETF, MSCI World Defense ETF oder Gold-ETF (Xetra-Gold) als 5–15 % Beimischung. Bei Trade Republic, Scalable und Flatex kostenlos besparbar.
Empfohlene Broker — günstig kaufen, ohne Ordergebühren
Wenn du die Empfehlungen umsetzen willst, brauchst du einen Broker mit niedrigen Gebühren, Bruchstücken und kostenlosen Sparplänen. Diese drei sind unsere Top-Picks:
- 1€ pro Trade
- Kostenlose Sparpläne
- 3.25% Zinsen auf Cash
- Einfache App
- Flatrate-Modell für Vieltrader
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- Hohe Zinsen auf Cash
FAQ — Häufige Fragen in dieser Krise
Soll ich jetzt Öl-Aktien kaufen?
Wenn du Energie untergewichtet bist (<5 % im Portfolio): ja, aber gestaffelt. ExxonMobil, Chevron und Shell bieten 3–5 % Dividendenrendite und profitieren von höheren Ölpreisen. Achtung: Wenn die Krise schnell deeskaliert, fällt der Brent-Preis genauso schnell zurück. Sparplan ist sicherer als Einmalkauf.
Welche Aktien sollte ich JETZT verkaufen?
Pauschal keine. Verkaufen nur, wenn deine Investment-These gebrochen ist. Beispiel: Wenn du Lufthansa wegen erwarteten Tourismus-Booms gekauft hast und jetzt Routen über Iran/Iraq dauerhaft umgeleitet werden, kann ein Re-Check Sinn machen. Reine Krisen-Reaktion ist fast immer ein Fehler.
Lohnen sich Verteidigungsaktien wie Rheinmetall noch?
Rheinmetall ist seit 2022 +800 % gelaufen — viel der Krise ist eingepreist. Trotzdem: Solange EU-Verteidigungsbudgets weiter steigen (NATO-Ziel 3 % BIP statt 2 %), bleibt der Trend intakt. Realistisch nur noch als Beimischung 2–5 % im Portfolio, nicht als Hauptposition.
Was ist mit dem Gold-Preis?
Gold ist klassischer Safe-Haven — typische +5–15 % Bewegungen in Geopolitik-Krisen. Xetra-Gold (DE000A0S9GB0) ist physisch hinterlegt und steuerlich nach 1 Jahr Haltefrist steuerfrei in Österreich. Kein Krisen-Allheilmittel, aber 5–10 % Beimischung ist sinnvoll.
Ist mein MSCI World ETF jetzt in Gefahr?
Nein — der MSCI World ist global diversifiziert über ~1.500 Aktien, davon ~70 % USA. Geopolitik-Krisen drücken kurzfristig 3–8 %, aber innerhalb 6–12 Monaten ist das fast immer aufgeholt. Sparplan einfach weiterlaufen lassen.
