Jedes Quartal sind institutionelle Anleger, die mehr als 100 Millionen Dollar verwalten, von der SEC verpflichtet, ihre Positionen durch 13F-Filings offenzulegen. Diese Meldungen bieten einen Einblick in die Strategien der erfolgreichsten Fondsmanager der Welt — und die Q4-2025-Filings, die im Februar 2026 veröffentlicht wurden, zeigen einige der dramatischsten Positionsverschiebungen der jüngsten Vergangenheit.
Bei BMInsider verfolgen wir 20 der weltweit führenden Fondsmanager über unseren Smart Money Tracker. Hier ist, was die neuesten Filings über die Kapitalflüsse institutioneller Anleger verraten — und was das für Ihr Portfolio bedeutet.
Warren Buffett — Berkshire Hathaway
Das meistbeachtete Portfolio der Welt setzte seine schrittweise Umschichtung im vierten Quartal 2025 fort. Buffett hat seine Apple-Position auf 22,6% des Portfolios reduziert, gegenüber einem Höchststand von über 40%. American Express ist mit 20,5% auf den zweiten Platz vorgerückt. Am auffälligsten ist Berkshires Bargeldbestand — er nähert sich inzwischen 300 Milliarden Dollar und ist damit auf Rekordhöhe.
Diese Liquiditätsanhäufung ist kein Zufall. Buffett hat stets erklärt, dass er Kapital nur dann einsetzt, wenn er “hervorragende Unternehmen zu fairen Preisen” sieht. Die Tatsache, dass der berühmteste Value-Investor aller Zeiten auf seiner bisher größten Bargeldposition sitzt, während der S&P 500 nahe an Allzeithochs handelt, sollte Anleger nachdenklich stimmen.
Berkshires Schritte im vierten Quartal deuten auf eine defensive Haltung hin. Die Reduzierung der Apple-Position setzt ein Muster fort, das Anfang 2024 begann. Die wachsende Liquiditätsposition deutet darauf hin, dass Buffett bei den aktuellen Bewertungen kaum attraktive Möglichkeiten sieht — oder dass er sich auf eine signifikante Marktverschiebung vorbereitet.
Michael Burry — Scion Asset Management
Ist Buffetts Positionierung vorsichtig defensiv, ist Burrys aggressiv bärisch. Das Q4-2025-Filing zeigt, dass rund 80% von Scions Portfolio auf Put-Optionen auf KI-bezogene Aktien entfallen, darunter PLTR und NVDA. Dies ist eine massiv direktionale Wette gegen das, was Burry offenbar als KI-Blase betrachtet.
Burry hat eine Erfolgsbilanz bei konzentrierten, konträren Wetten, die der Markt zunächst abtut — am bekanntesten ist sein Short auf Subprime-Hypotheken im Jahr 2007. Seine aktuelle Positionierung legt nahe, dass er glaubt, KI-Bewertungen hätten ein nicht nachhaltiges Niveau erreicht und eine deutliche Korrektur stehe bevor.
Bemerkenswert ist auch, dass Burry konträre Long-Positionen in Pfizer-Calls eingegangen ist und auf eine Erholung des Pharmaunternehmens nach dem starken Rückgang von den Pandemie-Hochs setzt. Das ist typisch Burry — gleichzeitig short beim Konsenstrade und long bei dem unbeliebten Namen.
Stanley Druckenmiller — Duquesne Family Office
Druckenmillers Q4-Filing zeigt eine Umorientierung hin zu Finanzwerten und gleichgewichteten Strategien. Neue Positionen in XLF (Financial Select Sector SPDR) und RSP (Invesco S&P 500 Equal Weight) deuten darauf hin, dass er sich von der Konzentration auf Mega-Cap-Tech hin zu einer breiterem Marktexposure verlagert.
Er hat auch Biotechnologie-Positionen reduziert und damit das Engagement in einem Sektor gesenkt, der mehrere aufeinanderfolgende Quartale hinter dem Markt zurückgeblieben ist. Druckenmillers makro-getriebener Ansatz signalisiert in der Regel seine Einschätzung zur Richtung der Zinssätze und des Konjunkturzyklus. Der Schritt in Richtung Finanzwerte deutet darauf hin, dass er eine Versteilerung der Renditekurve oder ein günstigeres regulatorisches Umfeld für Banken erwartet.
Was das für Anleger bedeutet
Die Diskrepanz zwischen diesen drei Investoren ist an sich schon aufschlussreich. Buffett baut einen Kriegsschatz auf. Burry wettet auf einen Crash. Druckenmiller positioniert sich für eine Rotation. Nicht alle können recht haben — aber der gemeinsame Nenner ist, dass keiner von ihnen bei den aktuellen Marktbedingungen selbstgefällig ist.
Für Privatanleger besteht die umsetzbare Erkenntnis nicht darin, blind einem einzelnen Manager zu folgen, sondern die These hinter jeder Position zu verstehen. Buffetts Liquiditätsanhäufung ist ein Signal zur Bewertung. Burrys KI-Puts sind eine These über Stimmung und Blasendynamik. Druckenmillers Rotation ist eine Einschätzung zum Makrozyklus.
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