Netflix Q1 2026: Rekord-Earnings, Aktie fällt 10% — Kaufgelegenheit oder Warnsignal?

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Netflix hat am Donnerstagabend Quartalszahlen gemeldet die auf dem Papier hervorragend aussehen: Umsatz $12,25 Milliarden (+16%), Gewinn pro Aktie $1,23 (Erwartung: $0,76), Nettogewinn +83% auf $5,3 Milliarden. Free Cashflow von $5,1 Milliarden. Werbeeinnahmen auf dem Weg sich auf $3 Milliarden zu verdoppeln.

Trotzdem fiel die Aktie nachbörslich um bis zu 10%. Willkommen bei Netflix — dem Unternehmen wo selbst ein Earnings Beat zum Kursrutsch führt.

Warum die Aktie fällt

Erstens: Reed Hastings, Mitgründer und langjähriger CEO, verlässt den Verwaltungsrat. Hastings hat sich seit seinem Rücktritt als CEO 2023 auf Philanthropie, ein Immobilienprojekt und einen Sitz im Verwaltungsrat von Anthropic konzentriert. Sein Abgang ist symbolisch — es markiert das Ende einer Ära.

Zweitens: Netflix veröffentlicht keine Abo-Zahlen mehr. Das macht Investoren nervös. Das Unternehmen sagte lediglich, das Umsatzwachstum sei durch „etwas über Plan liegende Abo-Einnahmen“ getrieben worden. Ende 2025 hatte Netflix 325 Millionen Abonnenten — wie viele es jetzt sind, weiß niemand.

Drittens: Die Guidance. Netflix bestätigte seine Jahresprognose von $50,7-51,7 Milliarden Umsatz, ohne sie zu erhöhen. Für Q2 erwartet man 13% Umsatzwachstum. Das ist solide, aber bei einer Aktie die bereits 15% im Plus lag dieses Jahr, reicht „solide“ nicht für weitere Kursgewinne.

Was die Zahlen wirklich sagen

Unter der Oberfläche steckt eine starke Geschichte. Das Werbegeschäft explodiert — 60% aller neuen Anmeldungen in Märkten mit Werbeoption wählen das günstigere Abo mit Werbung. Die Zahl der Werbekunden stieg um 70% auf über 4.000. Netflix ist auf dem besten Weg, $3 Milliarden Werbeeinnahmen in 2026 zu generieren.

Die Preiserhöhung vom März wird sich erst in Q2 voll auswirken — das bedeutet verstecktes Upside in den nächsten Quartalszahlen.

Der Abbruch des Warner Bros. Discovery Deals hat ebenfalls eine positive Seite: Netflix hat sein Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen und 13,5 Millionen Aktien für $1,3 Milliarden zurückgekauft.

Für Anleger

Netflix nach einem 10%-Rücksetzer bei starken Fundamentaldaten ist historisch eine Kaufgelegenheit. Die Aktie zeigt seit Jahren das gleiche Muster: Beat Earnings, Aktie fällt kurzfristig, erholt sich innerhalb von 2-4 Wochen.

Die Bewertung ist nach dem Drop attraktiver. Mit einem Forward-KGV von ca. 30 und über 16% Umsatzwachstum ist Netflix nicht teuer für ein Unternehmen das $5 Milliarden Cashflow pro Quartal generiert.

Wer die Aktie noch nicht besitzt und langfristig investieren will: Dieser Dip ist ein Geschenk. Beobachte die Marktlage täglich mit dem Fear & Greed Index.

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Daniel Herzog
AUTOR

Daniel Herzog

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